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Das Geheime Tagebuch des Adrian Moile

Summary rating: 3 stars 20 Kritik
Autor : Sue Townsend
Review by : katercarlo
Besucher : 1561  Wörter: 600   Veröffentlicht am: März 06, 2006
Als ich 12 ³/4 war, kam ich das erste mal mit dem Intimleben des Adrian Mole in Verbindung. Jetzt einige Jahre später fiel es mir durch Zufall wieder in die Hände. Was habe ich behalten? Nicht sehr viel. Die tragische Liebe zu Pandora und die Ehekrisen Adrians Eltern, die kruden Charaktere in der Schule, klar. Vergessen habe ich über all die Jahre, dass Sue Townsend eine gelungene Milieustudie der englischen "working class" und der daraus resultierenden Probleme des kleinen Adrian vorgelegt hatte. Amüsant ist es allemal, da auch hier eine treffende Darstellung der Absurdität des Alltags geliefert wird.

Zum besseren Verständnis erzähle ich die Handlung kurz nach:

Adrian Mole besucht eine Gesamtschule in einer englischen Stadt. Er hat festgestellt, dass er ein Intellektueller werde würde, weiß aber noch nicht so recht, wie er das anstellen soll. Er beginnt Gedichte zu schreiben und verliebt sich in seine Mitschülerin Pandora, die nach kurzer Zeit zu seiner Freundin wird. Sie ist seine ständige Gefährtin bei allen seinen Pubertätskrisen, Schulproblemen usw.

Das leben des Adrian Mole erscheint erstaunlich politisch, im Gegensatz zu dem Konzept der doch ach so unpolitisch gescholtenen "Generation X", die "twentysomethings", deren Herannwachsendenzeit hier beschrieben wird, sind nämlich gar nicht so, wie es der gehässige Blick der 68er uns wissen lassen will. Neben den unzähligen Pubertätskatastrophen werden auch die Auswirkungen des Falklandkriegs, der Ära Thatcher, Prince Charles und Lady Di gewürdigt.

Kurz und Knapp: Das Buch ist Pflicht, nicht nur für 13 ³/4 jährige. Es wird zwar als Jugendbuch gehandelt, das hat mich aber in einem deutlich gesetzterem Alter nicht davon abgehalten, mir dieses Bauch selbst zuzulegen, als ich es vor einiger Zeit in einem Buchladen zufällig gefunden habe. Die Sorgen um "das Ding", Liebeskummer, Pickel, Konflikte mir Mitschülern sind in meinem Leben in den Hintergrund getreten, den Sinn für schrägen Humor, habe ich mir behalten. Deshalb ist dieses Buch meiner Meinung nach zeitlos, oder: man ist immer so alt, wie man sich fühlt.

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