Zwei Handlungsstränge sind hier durcheinandergewoben. Die fiktive, aber auf Tatsachen basierende
Geschichte von Saladin und die autobiografisch anmutende Geschichte eines an Schreibblockade leidenden Lyrikautors der Gegenwart, mäandern aneinander vorbei, bis sie sich ganz kurz berühren, was in beiden Fällen zum Höhenpunkt kulminiert.
Die Lust, den heutzutage fast unbekannten Saladin (um 1164 n. Ch.) zu beschreiben, dürfte den Beweggrund zur Romanentstehung geliefert haben und so ist diese Geschichte kraftvoll, farbig und aussagekräftig. Sie mag sich durchhaus so, oder ähnlich abgespielt haben.Die neuzeitliche Protagonistengeschichte jedoch, ist stark an den Haaren herbeigezogen. Das Interesse der hübschen,
jungen Journalistin an einem alternden, verheirateten Dichter, kommt
nicht sehr glaubwürdig daher, es sei denn sie stellt schlicht den Wunschtraum des Autors dar. Die großzügige Zurückhaltung der Ehefrau und ihr einsamer Kampf mit einem lebenswichtigen Problem - das bißchen Spannung muß erhalten bleiben - reihen sich ein, in das
vollkommen unlogische Verhalten der jungen Frau, deren Hauptproblem darin zu liegen scheint, nicht zu wissen, was sie selbst will.
Selbst eine gute und glättende Übersetzung, kann die Holprigkeiten des Originals nicht vollkommen übertünchen.
Mehr Rezensionen über Kamelwolken