Das Sanktuarium der Mutter Gottes von Leśniów, Schutzpatronin der Familien, ist Teil des Pauliner-Klosterskomplexes, das sich in Leśniów, einem Vorort von Żarki, befindet. Das Entstehen des Sanktuariums ist mit einer Legende verbunden. Diese besagt, dass die Wasserquelle ihren Ursprung nahm, als 1382 der Fürst Władysław aus Oppeln in der Umgebung des heutigen Leśniów einen Zwischenstopp machte. Er war mit der Ikone der Schwarzen Madonna nach Tschenstochau unterwegs. Die durstigen Reisenden suchten nach Wasser – leider erfolglos. Der Fürst ließ einen Gottesdienst vor der heiligen Ikone abhalten. Danach sprudelte auf der Wiese eine Quelle hervor. Als Dank
wurde an dieser Stelle eine kleine
Kapelle gebaut und eine
Figur der Mutter Gottes mit Jesuskind dargebracht. Bald entstand um die Kapelle herum eine Stätte, an der Kranke und Leidende Zuflucht suchten und Leśniów wurde zu einem Pilgerort mit Kirchweihfesten. Das blieb es bis heute. Der älteste Teil des Klosters, die
Kirche aus dem Jahre 1610, weist Stilelemente der Gotik und Renaissance auf. 1762 wurde eine Vorhalle dazu gebaut, 1791 verlängerte man das Schiff, 1798 baute man ein Türmchen für die Betglocke. Auf der nördlichen Seite der Kirche
befindet sich ein Kloster, das Barockmerkmale aufweist (gebaut 1755). Es besteht aus vier Flügeln und einem viereckigen Innenhof. Auf der Höhe des ersten Stockwerkes ist das Kloster durch einen Chor mit der Kirche verbunden. 1963–1967 wurde die Kirche gründlich modernisiert, die letzte Restaurierung führte man 1988 anlässlich des 600-jährigen Bestehens des Sanktuariums durch. 1984–1986 stellte man in den Park fünfzehn Rosenkranzkapellen, 1994 baute man einen freistehenden Glockenturm. Während des Jubiläums von 2000 Jahren Christentum wurden ein Feldaltar, eine Kapelle an der Quelle und die vierzehn Stationen des Kreuzwegs an der Klostermauer errichtet. Zu den größten „Schätzen” von Leśniów zählt die gotische Holzfigur der „lächelnden Maria”, die mit päpstlichen Kronen geschmückt ist. Sie gehört zu den schönsten Mariafiguren in Polen und sogar in Europa. Der polnische Primas, Kardinal Stefan Wyszyński, der Krakauer Erzbischof Karol Wojtyła und der Tschenstochauer Bischof Stefan Bareła krönten 1967 die wundervolle Statue als Schutzpatronin der Familien. Die Figur aus dem 14. Jahrhundert befindet sich im spätbarocken Hauptaltar, dessen Ursprung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts liegt. 1856 wurde der Altar überarbeitet und 1956 restauriert. Ursprünglich gab es in Leśniów bereits eine Holzkirche. 1325 residierte hier Pfarrer Mikołaj. Um die Wende des 16. und 17. Jahrhunderts stiftete der Besitzer von Żarki und Leśniów Jan Koryciński von Pilica eine neue gemauerte Kirche und platzierte dort die wundervolle Figur. Sein Nachfolger, Józef von Kurozwęk Męciński, ließ im Jahr 1706 Pauliner kommen. Sie dienten hier bis 1864, bis zur Auflösung des Ordens durch den Zaren Alexander II. 1936 kehrten die Pauliner zurück. Ein Jahr später wurde in Leśniów ein Pauliner-Noviziat gegründet. Heutzutage stellt das Sanktuarium eine wichtige Zwischenstation auf dem Pilgerweg zur Schwarzen Madonna dar.
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