Viele Jahre der Unterdrückung und der Kriege liegen hinter der Bevölkerung des Irak. Nach dem ersten Golfkrieg, der vom September 1980 bis zum August 1988 über die Golfregion hereinbrach und zwischen dem Iran und dem
Irak ausgefochten wurde, sollte schon sehr bald ein zweiter
Krieg den Irak heimsuchen. Noch längst waren die menschlichen und auch wirtschaftlichen Verluste und Folgen des ersten Feldzuges des Irak gegen den Iran
nicht überwunden. Der erste Golfkrieg bombte den Irak, der zuvor an wirtschaftlicher Stärke dazu gewonnen hatte, zurück in die Steinzeit. Der lange Krieg hatte das Land und die Leute ausgemärgelt. Im zweiten Golfkrieg hieß der Feind nicht Iran, sondern USA. Dieser Krieg sollte im Vergleich zu dem vorherigen nur kurze Zeit andauern. Der Irak sah sich nun in einer Position der völligen Asymmetrie, in Bezug auf Waffentechnik und Überlegenheit der Effektivität der amerikanischen Truppen gegenüber gestellt. Folglich kam es, dass dieser Krieg zu Gunsten der Amerikaner in einer knapp zweimonatigen Luft- Bodenoffensive entschieden wurde. Das Ziel der Amerikaner, das zuvor vom Irak besetzte Kuwait zu befreien und Saddam Hussein in die Schranken zu weisen, war ihnen in einer imposanten
weise gelungen. Nach dem gescheiterten Vietnamkrieg, hatten die Amerikaner unter Beweis gestellt, dass sie fähig waren, in nur sehr kurzer Zeit einen Krieg zu gewinnen. Dabei darf natürlich die waffentechnische Überlegenheit der Amerikaner nicht außer Acht gelassen werden, die es ihnen ermöglichte und auch heute noch ermöglicht, gegen eine zahlenmäßig hoch überlegene Armee, wie es im Irak der Fall war, Krieg zu führen. Der folglich mit der Besatzung der Iraker des Kuweits, im August 1990 beginnende und Anfang 1991, wie schon erwähnt, nach zweimonatiger Offensive der Amerikaner beendete Krieg, sollte nicht der letzte Krieg des von Saddam Hussein geführten Regimes sein. In dem von Stefan Aust und Cordt Schnibben herausgegebenen Buch: Irak, Geschichte eines modernen Krieges,
wird in informativer und interessanter Weise beschrieben, wie die Diplomatie der westlichen Länder an ihre Grenzen stößt und die Schere zwischen den Befürwortern auf der einen Seite und den Kriegsgegnern auf der anderen, immer weiter auseinanderklafft. Das Buch verschafft zunächst einen guten Einblick in die Diplomatie der Hauptakteure Amerika, Deutschland, Frankreich, Russland und natürlich des Irak und arbeitet die Positionen und Haltungen der Parteien zu einem erneuten Waffengang, sachlich aus. Vieles wird hier deutlich, was im Mediengewirr der letzten Monate und Wochen, vor dem Beginn des
Krieges untergegangen war. Das Buch beschreibt wichtige Fakten, Haltungen und Reaktionen, die dem Leser zu mehr Klarheit verhelfen.Des Weiteren beinhaltet das Buch in einer einmaligen Zusammenstellung von Beiträgen von 21 Reportern und Militärexperten, die Beschreibung des dritten Golfkriegs. Dabei erzählen sie in einer packenden Weise, wie der Marsch auf Bagdad wirklich war. In einer authentischen Form bietet dieses Buch einen Einblick in den Krieg, wie er sich zwischen dem 20. März und dem 10. April 2003 wirklich zugetragen hat. Hierbei wird nicht lediglich auf die Waffen und Taktiken der Amerikaner des Feldzuges eingegangen, sondern auch auf die Gegenwehr der irakischen Armee, das Leiden der Zivilbevölkerung und die Folgen des Krieges. Alles in allem, bietet dieses Buch einen überschaulichen und sehr informativen Einblick rund um das Thema des dritten Golfkrieges. Das Buch zeichnet aus, dass es nicht lediglich ein Thema, wie den Marsch auf Bagdad alleine zum Inhalt hat, sondern auch auf die politischen und diplomatischen Geschehnisse vor dem Krieg, dem Leid der irakischen Zivilbevölkerung und die Folgen im Allgemeinen eingeht. Dieses Buch ist als ein gelungener Beitrag zu dem in den Medien allgegenwärtigen Krieg im Irak zu betrachten. Verfasst von Writer81
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