Fußball auf der Alm
der Anpfiff
So nahte dann der Große wichtige Tag
es soll beginnen nach der Vesper am Sonntag
Und nach dem Kirchgang rannten alle los
wo war der Gegner denn bloß
Die kamen , von vier Gäulen gezogen
auf einem Heuwagen um die Ecke gebogen
Sie grölten mit der Schnapsflasche in der hand
was ein Saubenehmen, wirklich allerhand
Man kannte sie alle von diesem Dorf
und man begruesste sich nur schroff
Da waren noch viele Rechnungen offen
auf ein faires spiel war schwer zu hoffen
"Man wird diese Bande richtig zusammenstauchen
heute Abend sind Die für nichts mehr zu gebrauchen "
und das war an dem Tag die Devise
als man betrat die Enzianwiese
Der Pfarrer kam mit dem
ball herbei
er hatte auch eine Triller dabei
Er war in Schwarz gekleidet wie ein Schiri
so mit Hose sah man ihn noch nie
Er mahnte alle zum fairen Spiel
Hoffnung dafür hatte er
nicht viel:
"In der Bibel steht geschrieben
man soll auch seine Feinde lieben "
Die Worte fielen sowieso auf Taube Ohren
Mahnungen hatten hier nichts verloren
Beide Mannschaften schauten sich grimmig an
und jeder dachte, was er dem
Anderen antun kann
so hatte man seine Seite zur Wahl
welche Richtung man spielte war egal
der Berg sandte über die Wiese sein Schatten
so daß die Mannschaften keinen Nachteil hatten
die Zuschauer fanden sich ein
sie teilten sich in Gruppen , zwein
gut getrennt durch das Feld
suchte jeder sich seinen Held
Mädchen und Frauen standen da in ihrer Tracht
es war anzusehen eine Pracht
man wartete auf den Ton der Triller
die Spieler schauten drein wie Killer
Der Pfarrer in der Mitte stand
den Ball in der rechten hand
Die Pfeife hatte er fest im Mund
und pfiff wie für einen Hund
Das Spiel
Er schmiß den Ball sehr hoch dabei
und los ging die Keilerei
es war wie bei amerikanischem Fußball
man behinderte sich überall
Jeder wolle haben den Ball für sich allein
so was konnte eine Mannschaft entzweien
doch der Michel
vom wirt bekam das runde Leder
und lief damit leicht wie eine Feder
Er sah das andere Tor vor sich
die anderen ließen ihn im Stich
man hatte ja keine Strategie
so allein war er noch nie
Vor ihm erschien der Schmiedegesell
vom anderen Dorf, der war nicht schnell
Er umspielte den großen Kerl geschwind
so wie die Flinken eben sind
Im Tor stand der Sohn vom Oberbauer
und stellte sich vor er währ eine Mauer
Sein Gebaren nutzte ihn nicht
er war machtlos gegen schnellen Wicht
Er schmiß sich in die rechte Ecke
und
schrie als wenn er verrecke
Doch helfen konnte ihm niemand
der ball ging hinein bei der linken Pfostenwand
In der ersten Minute war er drinn
alles Klagen hatte keinen sinn
Eins zu null war der Stand
das hatte jeder erkannt
Eine Seite schrie in höchster Glut
die anderen kochte fast vor Wut
dies war der erste Streich
nach Revanche schrie man gleich
der Michel wurde auf Hände getragen
ihn zu loben kann jetzt jeder wagen
Man stellte sich in der Mitte wieder auf
und genoß den einseitigen Applaus
"Jetzt kommen wir dran,
jeder wird zeigen was er kann ":
schrie der Gegner unisono und geschwollen
" die werden erleben was wir wollen "
Angepfiffen wurde mit hellem Klang
nur das hörte sich an wie Schwanengesang
Dann war es mit der Ruhe
vorbei und los ging wie ne leichte Klopperei
Man erntet die erste Beule
und rankten um den Ball mit Geheule
Diesmal bekam ihn vom anderen Dorf der Hans
und der beherrschte die Balltechnik ganz
Der durchspielte das ganze Mittelfeld
und kämpfte wie ein griechischer Held
Es war ein Genuß dem Akrobaten zuzusehen
alle Münder blieben offenstehen
Daß der hatte so ein Talent
das war bis heute jedem fremd
"Der kennt doch nur was von einer Kuh
hier geht es nicht mit rechten Dingen zu"
Ohnmächtig stand der Wastl am Tor
hoffentlich stoppt ihn der Sepl davor
Er zitterte am ganzen Körper wohl
im Magen wurde es ganz hohlDer Hans kam auch an Sepl vorbei
welche bescherte Sauerei
Der Wastl spring in einem Satz
nach vorne wie eine Katz
Er rammte den Hans und nicht sachte
wie es der Schuhmacher mal machte
Doch zu spät ,der Ball war weg
Er landete im rechten Eck
Ohne Zweifel war er drin
und der Vorsprung war dahin
ABSEITZ schrie eine ganze Band
obwohl man nichts davon verstand
DIE ROTE KARTE schrie der Gegner
die Argumente wurden immer verwegener
es fielen harte Worte
die ganze Menge kochte
Der Pfarrer pochte auf seine Autorität
doch hier kam jeder Rat zu spät
als Schiri hatte er keine Macht
der konnte nicht verhindern das es kracht
Von allen Seiten lief man aufs Feld
und jeder tat was ihm gefällt
die Hollygans aus England hatten es vorgemacht
was hier geschah das jetzt in voller Pracht
In der Mitte des Feldes begann die Schlacht
keiner wußte noch was er macht
man haute drein wie besessen
aus den Mägen flog das Mittagessen
Die Spieler liefen vom Feld
vergessen war jeder Held
denn um einen Gegner zum kloppen zu haben
sprangen sie sogar in den nassen Graben
Der Chiri schlich sich an der Menge vorbei
und verschwand heimlich in seiner Sakristei
So war das Spiel nach vier Minuten vorbei
und endete mit einer Massenschlägerei!
Conthe geschrieben am 3 Maerz 2006
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