In dem Buch (eher Büchlein; es umfasst nur 145 Seiten) erzählt Alexandre Jollien seine Lebensgeschichte in Form eines fiktiven Dialogs mit dem Philosophen Socrates. Jollien hat mit den Folgen eines Geburtsgebrechens (was zur Folge hatte, dass sein Gehirn mit
Sauerstoff unterversorgt wurde) zu kämpfen. Einen Großteil seiner Kindheit verbrachte
er in Heimen, wo er viele Bekanntschaften mit anderen Menschen machte, denen
das Schicksal ähnlich übel mitspielte.
Später dann tauchte er in die Welt der ´normalen´ Menschen ein und es scheint, dass damit die Probleme für ihn erst richtig begannen. Sein ganzes Weltbild, im Heim entstanden, zerfällt inmitten der Schar der menschlichen Gesellschaft und er treibt am Rande dahin, ist oft gehänselter und bemitleideter Außenseiter, mehr geduldet als akzeptiert. Doch Jollien
scheint ein Mensch zu sein, der sich mit dieser Rolle nicht abfinden wollte. So
machte er im Laufe vieler Jahre unzählige Therapien mit, die dafür sorgten, dass seine Bewegungsabläufe optimiert wurden.
Er legt dies alles in dem Buch mit gelegentlich viel Humor offen; zwischen den Zeilen ist dennoch erkennbar, wieviel Leid er ertragen musste. Sehr lesenswert; gerade auch wegen Socrates, der hier in die Rolle des Fragestellenden schlüpft.
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