Der
Krieg soll nie ein Gegenstand der Erzählungen sein, da der Krieg logischerweise
keine Rechtfertigung für seine Existenz findet. Da aber es gerade anders ist,
ist es zurück an menschlichen Versagen und Fehlen der Dialogsbereitschaft zu
führen. Die Beweise liegen auf der Hand: Israel und Palästina.
Vielleicht
ist es doch unmöglich, dass der Krieg als ein Phänomen des Böses verschwindet.
Und
nicht nur aus Naheost-Politik, aber so total, wie es nur möglich wäre. Da
die Realität unterscheidet sich von Wünschen und Erwartungen, Ansprüchen und
Wirklichkeiten, muss es das Schrecklichste in einer Sprache des Leidens und
Unglücks erzählt werden. Eine solche Sprache wird den Berichten, Reportagen
oder sogar Erzählungen vom Krieg zugeschrieben.
Natürlich
ist es für vielen interessant –
im diesen Kontext ein schreckliches Wort - dass von Kriegen, d.h. seinen Ausmaß der
Fatalität und krankhaftes Schicksal, erzählt wird. Es geht nicht nur um
Mechanismen, Hinterkulissen und Erklärungen warum zu solchen Situationen kommt.
Der Krieg hat auch eine andere Dimension, die im Laufe der Meldungen sich
verflüssigen kann.
Man vergisst sehr schnell, dass auf bedien Seiten die
Menschen als Opfer nach Macht strebenden anderen Menschen sind. Die Versuchung
ist groß, nur die bloße Fakten unabhängig von Schicksal der Menschen ans Licht
zu bringen.
Deshalb
ist es
Wirklich das Buch von Ursula Meisner begrüßungswert. Hier sind die
Menschen wiederum im Zentrum der großen, sehr oft unmenschlichen, Politik. Dem
Leser wird ermöglicht, der Teufelkreis der absurden Gewalt und ihrer Auswirkung
weitgehend kennenzulernen. Man hat den Eindruck, dass die Autorin vor allem die
Wahrheit erkennen möchte. Selbstverständlich ist der Versuch, die erkannte
Wahrheit darzustellen, politisch nicht besonders klug. Das hat gar nicht mir
Logik der Machiavellismus zu tun, aber ist ein bloße Tatsache. Jedoch im Fall
Journalismus gilt vor allem das Gebot, die Wahrheit zu suchen und sie objektiv
vorzustellen - mindestens versuchen es. Manchmal muss ein Journalist sogar das
eigene Leben aufs Spiel setzen, damit ein Zuschauer der Nachrichten um 19.00,
der eigentlich kein Interesse am Geschehen in Ruanda, Sierra Leone oder in
einem anderen verfluchtem Ort der Welt hat, begönne sich mit der Welt zu
solidarisieren und vielleicht sogar versuchen das Jetzige sinnvoll zu
gestellten. Unter diese Annahme lohnst sich das Leben aufs Spiel zu setzen,
damit „die Utopie“ verwirklicht würde.
Beim
Lesen fragt man sich vor allem nach Motivation. Warum sind die Journalisten
bereit, die weite Welt zu bereisen und über Krieg, Hunger, Aufstand,
Zusammenbruch der Staaten zu berichten,
wenn sie genau wissen, dass es ihre letzte Erstattung sein könnte?
Die
Autorin gibt keine klare Antwort nicht, wenn sie etwa in den Ruinen in Kosovo
oder in Bosnien in einer kugelsicherer
Weste mit den Soldaten marschieren muss, um ein paar wichtigen Fragen zu
stellen oder ein paar eindrucksvollen Fotos zu klicken. Die Fragen mögen ganz
banal und naiv sein, aber eigentlich so menschlich und bedürftigen eine
vernünftige Antwort. Aber die Antworten
werden nicht gegeben, oder werden, aber
dann scheinen idiotisch zu sein: Warum schisst ihr? Weil sie auch schießen! Die
Welt geht wirklich zugrunde! Oder vielleicht besteht noch die Hoffnung?
Das
Buch ist natürlich spannend. Im Ganzen präsentieren sich die Erzählungen als
einen Hintergrund für ihre Fotos. Sie
verstehst sich als eine Fotografin, der zufällig gegeben wurde, über das
Chaos und Leben zu berichten. Sie zeigt die Hoffnung, wo seit längsten
aufgegeben werden sollte. Und sie zeigt eine ganz andere Seite des Lebens, die
manchmal gut für uns wäre, frisch zu halten.
Die
Seiten über Afghanistan liest man wirklich mit steigenden Neugierde. Das
verdient verfilmet zu sein, wenn man sie
in einer Verkleidung als Man siehst. Und alles nur dafür, der wahre Afghanistan
zu sehen, was noch vor ein paar Monaten der sichere Tod bedeutete.
Vielmals
sagte sie, dass sie keine Power-Frau sei, dass sie das eigene Leben nicht aufs
Spiel setzen möchte, dass sie immer am Rückkehr nach Hause denke, auch dann,
wenn „Einsatz“ keinen guten Ausgang verspricht.
Gott
sein Dank, dass sie zurückgekommen ist, weil man solche Bücher braucht, die das
wahre offenbaren, wo die Machtstrukturen offenbaren sich und zeigen ihre
Verachtung für Menschen, Werte und Vernunft. Vielleicht ist es die Zeit anders
beginnen zu denken. Die Welt, die wir uns gemacht haben ist trügerisch. Draußen
ist alles ganz anders. Ruanda, Sierra Leone, Bosnien, Kosovo, Afghanistan und
viele andere Orten beweisen es mit ganzer Kraft.
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