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Das wahre Gesicht des Lebens

Summary rating: 4 stars 2 Kritik
Autor : Marion Hartmann
Review by : lesangesoublies
Besucher : 346  Wörter: 900   Veröffentlicht am: April 10, 2006
Kapitel II. Spanienurlaub,
schmerzhafte Erfahrung einer Schwangerschaft, Ärztepfusch

Dann bestellte er ein Taxi und wir fuhren, in die Uniklinik Köln.
Dort untersuchte mich ein Professor, Chef der Gynäkologie. Er erklärte uns, das sich die Fruchtblase, vor den Muttermund, geschoben hatte. Man behielt mich in der Klinik und verordnete mir strengste Bettruhe. Yves musste sich sehr auf der Arbeit anstrengen, um noch ein paar Tage Urlaub zu bekommen. Der Chef gab ihm schließlich fünf Tage frei. Nadine brachte er für diese Zeit zu meinen Eltern, denn sie sollte, nicht soviel, davon mit bekommen. So konnte er auch, von morgens, bis abends, bei mir in der Klinik sein.
Nach drei Tagen strenger Bettruhe, wurde ich ins Untersuchungszimmer beordert. Etwa sechs Ärzte hatten sich dort versammelt und begutachteten mich, während der Untersuchung, die der Professor an mir durch führte. Ich schämte mich sehr. Wofür waren überhaupt so viele Ärzte dort anwesend? Oder waren es teilweise sogar Studenten, das weiß ich bis heute noch nicht. Schon zehn Minuten später sollte ich die bittere Wahrheit erfahren. Der Professor holte mich und Yves in sein Sprechzimmer. Was Dann kam, war einfach nur die Hölle, ein Albtraum. Der Arzt offenbarte uns, das es keinen Sinn machen würde, weitere Zeit abzuwarten. Irgendwann würde die Fruchtblase sowieso platzen und man müsse die Wehen einleiten. Yves und ich brachen in Tränen aus. Wir waren empört, denn uns war es unerklärlich, warum man mir dann erst strenge Bettruhe verordnet hatte. Vom Tag meiner Einweisung an, hatte sich der Zustand nicht verändert oder verschlechtert. In diesen drei Tagen wurde noch nicht mal eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen. Ich war schließlich schon im sechsten Monat und mit weiterer Bettruhe, hätte das Baby vielleicht einige Überlebenschancen gehabt.Aber nichts dergleichen war passiert. Man hatte einfach das Todesurteil, für mein Baby ausgesprochen. Einfach kein Versuch das Kleine am Leben zu erhalten. Uns gingen so viele Gedanken durch den Kopf. Wir hatten viel über Schwangerschaften gelesen und auch von der Möglichkeit, das der Muttermund, zugenäht werden könnte. Das nannte man eine Cerclage legen. Wir sprachen den Professor daraufhin an, um noch irgendwie unser Kind zu retten. Der Mann ließ sich aber auf keine weitere Unterhaltung mehr ein.
Seine Antwort war kurz, grausam und bündig. Zur Antwort bekamen wir, das man für eine Cerclage, die Fruchtblase zurück schieben müsse und dann platze die Fruchtblase, sowieso. Außerdem sollte ich mich nicht so aufregen, da ich ja noch viele Kinder gebären könnte.
Yves und ich, wollten aber nicht so schnell aufgeben und forderten den Arzt auf, doch diesen Eingriff zu wagen. Wir waren zu allem entschlossen und wenn es dann schief gehen würde, dann müssten wir es wohl akzeptieren. Der Professor aber ließ sich auf kein weiteres Gespräch mehr ein. Er erklärte mir noch kurz den Verlauf, wie alles gemacht werden würde und wies uns aus seinem Sprechzimmer. Das Kind sollte auf dem normalen Geburtsweg kommen. Wie sollte ich das nur durchstehen?

Ich legte mich wieder ins Bett und Yves neben mir. Wir begriffen die Welt nicht mehr und weinten. Einem Professor, musste man ja glauben, dachte ich bis zu diesem Zeitpunkt. Es war so grausam. Mein Baby im Bauch strampelte so sehr, als wenn es sagen wollte: Ich will hier nicht raus! Es war schon spät am Abend, als Yves ging. Er ging aber nicht, bevor ich ihm versprach, ihn anzurufen, sobald es losgehen sollte. Er wollte mir bei diesen schweren Stunden beistehen. Ich und auch mein Kleines im Bauch, schliefen die ganze Nacht nicht. Aus lauter Angst vor dem nächsten Morgen. Doch der war viel schneller da als ich befürchtete. Ein Oberarzt, mit dem Namen DR. Neuhaus, bestellte mich ins Untersuchungszimmer.
Er erklärte mir, das er mir eine Wehenspritze in den Muttermund, setzten würde. Ich war entsetzt, denn dafür musste er die Fruchtblase zurückschieben und sie platzte nicht, wie es mir der Professor voraus gesagt hatte. Die Ärzte hatten mich also angelogen, denn statt die Spritze zu setzen, hätten sie zunähen können. Doch es war zu spät. Wenn es überhaupt ein Wehen förderndes Mittel war. Wieder in meinem Zimmer angekommen, sprach ich mit meinem Baby im Bauch. Ich hatte doch noch irgendwie die Hoffnung, das es stark genug wäre, das Ganze heil zu überstehen. Doch meine Hoffnung verschwand zunehmend, als ich merkte, das mein Kind bei jeder weiteren Wehe, starb.

Nach etwa drei Stunden wurde mein Bauch ganz hart und ich fühlte, das sich mein Baby nicht mehr bewegte. Eine Krankenschwester betrat das Zimmer und befragte mich nach meinem Befinden. Ich gab ihr keine Antwort darauf und verlangte statt dessen nach einem Telefon. Ich hatte nicht das Versprechen vergessen, was ich Yves am Vorabend, gegeben hatte. Und ich brauchte ihn auch nötig. Denn es kam mir so vor, als wenn ich sterben müsse. Für die Schwester war das wahrscheinlich ein Warnzeichen, denn sie sagte mir, das keine Zeit mehr wäre, zum telefonieren. Sie sagte, das wir sofort runter in den OP müssten. Das war doch die Höhe! .....

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