Buchrezension-Dr. Douglas Baker. Wer war der wahre Shakespeare?. 1976Es handelt sich um eine Publikation des Verlages Little
Elephant Press, die eine lächerliche, pseudo-akademische Theorie vertritt, wer tatsächlich Shakespeares Stücke
geschrieben hat. Mit Abkürzungen wie: B.A., M.R.C.S., L.R.C.P., F.Z.S, will der Autor seine akademische Befähigung beweisen und präsentiert eine These, über welche die meisten Universitätsstudenten lachen würden. Baker gibt zu, dass zu seinen unorthodoxen Forschungsmethoden, eine anstrengende Meditation und okkulte Techniken gehörten. Er glaubt, dass Poeten, angefangen von Shakespeare bis Wordsworth und darüber hinaus solche Techniken ebenfalls für ihre Inspirationen genutzt haben und hat deshalb keine Probleme, sie ebenfalls anzuwenden. Er schreibt die Autorschaft für Shakespeares Werk einem Mann namens John Richardson zu, der ein Universitätstudent war. Über Shakespeare gibt es keine Angaben zu seinem Bildungshintergrund. Richardson besaß ein fundiertes Wissen der griechischen Literatur und war ein fähiger Reiter. Er lebte als Möbeltransporteur, was ihm den Kontakt zu verschiedenen Gesellschaftsschichten und sozialen Klassen ermöglichte. Richardson war Schriftsteller und ein Freund Shakespeares. Er bot seine Stücke den Theaterkompanien an , für die Shakespeare arbeitete. Seine Handschrift war für viele unlesbar und Shakespeare war einer von denjenigen, der diese Stücke umschrieb, um sie anderen Schauspieler zugänglich zu machen. Baker argumentiert, dass einige Stücke, einschließlich der "Widerspenstigen Zähmung" und der "Komödie der Irrungen" vor 1589 geschrieben worden, als Shakespeare gerade 23 Jahre alt war. Zu diesem Zeitpunkt war es ihm laut Baker unmöglich diese Romanzen zu kennen. Richardson war 35 Jahre alt. Er kannte einen William Hurt, der zufällig die Initialien W.H. führte (die mysteriöse Figur, der die Sonnette gewidmet sind). Richardson und W.H. hatten eine Liebesbeziehung, und diese Verbindung soll rechtfertigen, dass Richardson als Autor von Shakespeares Stücken bezeichnet werden kann. Auf diese Weise ist die ganze Publikation geschrieben - Baker sieht Shakespeare als zu jung, zu unerfahren und als zu schlecht gebildet an, um diese Stücke zu schreiben. Er findet eine passende Figur, Richardson, der sich an ähnlichen Orten wie Shakespeare aufhielt, die gleichen Leute traf und der es liebte zu schreiben. Allein auf dieser Basis und durch okkulte Intuition, ernennt Baker Richardson zum wahren Autor des Werkes, welches Shakespeare zugeschrieben
wird und welches dieser bloß leserlich gemacht hätte. Der Stil des Buches ist lächerlich plump und die These wird armselig präsentiert, in großen Sprüngen und mit vielen Fragenzeichen für den Leser. Eingepackt in nette Illustrationen ist es ein Beispiel für einen schlechten Schreibstil. Niemand wird eines Tages behaupten, dass er Bakers Buch geschrieben habe, so viel ist sicher.