aus dem Spanischen -Zu Beginn möchte ich mich auf die Situation beziehen, in der ich dieses Buch entdeckte. Ich war dabei, Bücher zu „
durchstöbern“, und ein älterer Herr - er sah halb wie ein Hippie aus und ließ sich mit einem
mehr oder weniger aus dem Buch „Siddharta“ entnommenen Namen ansprechen (er gab mir sogar seine Visitenkarte) -, näherte sich mir und fragte mich, welches Buch ich suche. Ich sagte ihm, er solle mir das "beste" Buch zeigen, das er besäße, und er zog prompt das Buch „Der Steppenwolf“ aus seiner Tasche. Da er selbst anmerkte, dass es das „dickköpfigste Buch“ sei, das er hätte, interessierte ich mich dafür und kaufte es ihm ab. Später, als ich mich daran machte, es zu lesen, bemerkte ich auf der Titelseite dieser Ausgabe in einer Ecke und in der Art und Weise eines Tipps den folgenden Leitspruch:
„Nur für Verrückte“. Mir schien das Buch auf den ersten Blick nichtig, ohne großartigen Sinn, als irgendeines, das im Stile Whitmans geschrieben wurde,
Geschriebenes muss in Empörung versetzen. Aber als ich anfing, es zu lesen, vertiefte ich mich mehr und mehr in dieses Buch. Es ist die Geschichte Harry Hallers, eines
Menschen der teilweise Mensch und teilweise Wolf ist – aber ich beziehe mich hier
nicht auf den Wolfsmenschen, der nach der Legende sich in einen Wolf verwandelt, sobald er den Vollmond sieht. Nein, meine Damen und Herren, ich beziehe mich auf die Geschichte eines Menschen, der in sich selbst, in seinem Geist zwei Persönlichkeiten besitzt: Die eine ist die des denkenden, vernünftig urteilenden Menschen, die andere ist die des Steppenwolfs, der leidenschaftlich, jähzornig, zerstörerisch, wild usw. ist. Es ist die Geschichte von einem Menschen, der nicht in diese Welt hineinpasste, weil sein Geist so groß und so überlegen war, dass er weder mit den Menschen noch mit dem Zeitalter zurechtkam. Es ist die Geschichte von Personen, die sich so vom Rest unterscheiden (sowohl im Denkerischen wie in ihrer Weltanschauung), dass sie aufgrund ihrer Andersartigkeit ausgestoßen
werden und sich sogar als die Verdammten
betrachten werden, einerseits wegen ihrem eigenen Denken, andererseits wegen der Gesellschaft. Mir gefiel die Form sehr, in der Hermann Hesse (der Autor des Buchs) die Art zu denken abbildete und noch unglaublicher stellt er die Art zu leben und die Meinungen (einige zu treffend) über die Gesellschaft oder über unsere Lebensweise dar. Hesse ruft dazu auf, die Innerlichkeit zu pflegen, die so notwendig ist in dieser Zeit, und indem in der Geschichte mehr und mehr das Kalkulierte und Geniale hervordringt, liest sich das Buch wie von selbst. Ich versuche, Ihnen überhaupt nicht vorzugreifen, damit Sie selbst dieses Kunstwerk lesen. Schließlich ist es für mich ein
höchst empfehlenswertes Buch. Glauben Sie mir, wenn Sie sich selbst als Vermaledeite oder Verwunschene dieses Zeitalters betrachten sollten, wird dieses Buch Sie fühlen lassen, dass sie nicht die Einzigen sind, und Ihnen ganz beiläufig einige Lehren über das Leben erteilen, über etwas, das in ihrer Seele ist, aber das sie noch nicht kannten. Und an die übrigen Personen: Sie werden es vielleicht nicht als ein großes Buch ansehen, weil die Sprache, die er benutzt, sehr spirituell klingt.
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