1857. Das erste Transatlantikkabel soll
die moderne Kommunikation zwischen den Kontinenten einleiten, doch
alle
Versuche scheitern. Rausch, ist ein Roman um die
Lebensgeschichte des begabten amerikanischen Ingenieurs Chester
Ludlow und seinem Kampf gegen die Elemente, dem atlantischen Ozean,
den physikalischen Eingenschaften tausender Meilen schwerer
Kupferdrähte und dem Kampf gegen seine eigene, vom tragischen
Tod seiner Tochter und einer unglücklichen Ehe bestimmten
Vergangenheit.
Die Welt liegt in den Geburtswehen der
Moderne. Das grösste Schiff aller Zeiten weigert sich vom Stapel
zu laufen, alle Versuche die längste Kommunikationsverbindung
der der Welt zu legen scheitern an dem Widerstand der Natur und
Physik, alles scheint möglich und erreichbar aber trotzdem gibt
es immer wieder Rückschläge. Rückschläge die
allen Beteiligten nur noch mehr Mut und Motivation geben, an diesen
Phantastischen Unternehmen weiterzuarbeiten.
So kommt es, dass Chester Ludlow ausser
seiner Tätigkeit als Ingenieur auch als Schausteller durch die
englischen Clubs zieht um Investoren für immer grössere
Schiffe und immer bessere Kabel zu finden, nebenbei neue
mechanismen für das komplizierte Abrollen der Kabel auf hoher See
erfindet,
sich mit zweifelhaften Kollegen verbündet und gespannt die
Berichte seines Bruders verfolgt, der in einem Projekt der Konkurenz
ein Kabel über Sibiren legen will.
Aber nicht nur Chesters technische Welt
ist verworren. Er selbst fährt in einem sehr unsicheren Schiff
durch die Stürme seines Lebens. Die Verarbeitung des Todes
seiner Tochter, die Trennung von seiner Frau, die Beziehung zu
seinem Bruder, seinen Kollegen und Freunden sind nicht minder
kompliziert als die Mechanismen die er erfindet. Schon das könnte
ein Roman für sich sein. Aber Griesemer verflechtet diese
Geschichten mit den Schicksalen von Chesters Frau und ihrer Karriere
als Medium zur Welt der Toten, seiner Geliebten, einem Illustrator
der Kabelexpeditionen, einer Prostituierten. Er versucht gleichzeitig
einen historischen Roman zu schreiben, einen Abenteuerroman, ein
Sittenbild des 19. Jahrhunderts, einen Liebesroman und ansatzweise
sogar eine philosophische Abhandlung über physikalische und
übersinnliche Kommunikation.
Diese Vielfalt an Geschichten macht das
Lesen nicht immer einfach und nimmt etwas von der Spannung, die in
der Rahmengeschichte sicherlich vorhanden ist.