"Die Abenteuer des Werner Holt" ist ein
eher stilles Anti-Kriegsbuch.
Dieter Noll beschreibt die Jugend des Deutschen Werner Holt in den
Jahren 1943 bis 1945. Der Leser lernt Holt als einen Schüler in einem
kleinen Städtchen kennen. Sein bester Kumpel Gilbert Wolzow, dessen
Freundschaft er sich erst erkämpfen muss, ist Offizierssohn. Beide
träumen
vom Krieg und großen Heldentaten. Beide sind der Hitlerjugend
eher abgeneigt. Holt, weil er, wie er selbst sagt, zu sehr
Individualist ist, Wolzow, weil er sich
nicht recht unterordnen will.1944
schließlich
werden Wolzow und Holt, gerade sechzehnjährig zu den
Flakschützen in den Ruhrpott einberufen. Hier erst begreift Holt die
Schrecken des Krieges und beginnt sich zu wehren. Noch hilft ihm die
schützende Hand Wolzows und dessen Onkels. Doch als Wolzow kurz vor
Ende des Krieges mit einer Handvoll Volkssturmleuten ohne geringste
Erfolgsaussichten den Vormarsch der Sowjetsoldaten aufhalten will, muss
sich Holt entscheiden.Dieter Nolls Roman schildert auf
eindringliche Weise, jedoch ohne belehren zu wollen, die Wandlung vom
Mitläufer zum Kriegsverweigerer aus Überzeugung. Holt ist das beste
Beispiel dafür, dass nicht alles, was die deutsche Wehrmacht betrifft,
nur schwarzweiß gesehen werden darf. Sehr zu empfehlen, lebendiger Geschichtsunterricht.
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