So, was ist heilig in den „Heiligen Spielen“ von
Vikram Chandra?
Das Buch ist hauptsaechlich
ueber Ganesh Gaitonde,
einen Mafia-Paten, aber auch ueber Sartaj, einem etwas selsamen Polizeioffizier.
Es ist dennoch eine Raeuber-und-Gendarm-Geschichte, mit literarischem Geschmack
gewuerzt, so sehr dass man sich in einer literarischen Fiktion fuehlt, was es
nicht ist.
Es ist eine bezwingende Geschichte, die mehrere
Genre in sich vereint. Obwohl 900 Seiten lang, habe ich das ganze Buch gelesen,
nur hier und da ein paar Seiten uebersprungen. Chandra kann gut mit Worten
umgehen und hat keine Hemmungen, einheimischen Slang zu verwenden.
Nun, wer will nicht Geschichten – Anektoden –
hoeren von einem Paten, der das grosse Geld durch Wucher, durch die
Unterstuetzung von Politikern und Foerderern macht, durch Mord an unzaehligen
Maennern und Frauen, den Verkauf von Waffen auf tatsaechlich alle moeglichen
Arten und der Jungfrauen, nur Jungfrauen (unter ihnen eine aufsteigende Heldin
Bombays) in unterschiedlichen Positionen an unterschiedlichen Plaetzen
geniesst, deren Verfuegbarkeit von einer gewerbsmaessigen Dame namens Jojo
besorgt wird, mit der er jeden Tag ueber ein besonderes Satelittentelephon
spricht, ohne sie jemals zu sehen?
Das alles kann man als die alleinigen sexuellen
Phantasien des Autors, losgelassen auf Papier, lesen.
Fast ein ganzes Kapitel beschaeftigt sich mit
der Frage, wie man die Laenge seines Penisses verlaengert. Dies wurde in den
Umstand eingebettet, dass Gaitonde Probleme mit seinem mueden Organ waehrend
seiner Sexorgie hat.
Man gebe dazu noch den bemerkenswerten Guruji,
der den Paten als seinen Juenger annimmt und der die Stadt in die Luft jagen
will, um sie frisch erstehen zu lassen.
Gegen Ende des Buches wird enthuellt dass der
Grund
fuer Gaitonde’s sexuelle Faehigkeiten Viagra war, die wunderbare Medizin,
die die Jungfrauen fuer gewoehnlich pulverisierten und ohne sein Wissen in die
Drinks schuetteten, mit denen sie ihn vor dem Sex versorgten. So ein Quatsch.
Chandra schliesst das Buch mit Gaitondes
Selbstmord und Jojo Gurujis Verschwinden und Satraj kriegt eine Befoerderung.
Da war nicht eine Sache, die ich heilig in
diesem Buch gefunden habe. Meinte er heiliger Mist?
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