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Die Häupter meiner Lieben

Summary rating: 3 stars 5 Kritik
Autor : Noll, Ingrid
Review by : thewrittenword
Besucher : 408  Wörter: 600   Veröffentlicht am: Juli 30, 2007
Ingrid Noll schreibt ja immer wieder über Frauen, besonders aber über Freundschaft (und Feindschaft) zwischen Frauen.
 
Cora und Maja sind zwei ganz normale junge Mädchen, die die sich bereits zu Schulzeiten kennen gelernt haben. Begonnen hat ihre Freundschaft damit, dass Maja, die flinke und vor Einfällen sprühende Cora mit auf ihre Diebestouren nimmt. Maja stiehlt eigentlich nur aus Langeweile, das Diebesgut interessiert sie wenig. Cora hingegen ist da schon etwas materialistischer veranlagt.
 
Als Majas geschiedene Mutter (der Vater ist schon lange über alle Berge) in die psychiatrische Anstalt muss (weil sie den Tod ihres geliebten Sohnes Carlo nicht verkraften kann), nimmt Coras wohlhabende Familie Maja wie eine zweite Tochter auf.
 
Von nun an gehen die beiden Freundinnen durch dick und dünn, sie sind unzertrennlich und haben Spaß ohne Ende. Männer sind Mittel zum Zweck und wer nicht spurt, der wird bestraft!
 
Erst als Maja sich auf einem Urlaub in der Toskana zum ersten mal verliebt und schwanger wird, trennen sich für kurze Zeit die Wege der Freundinnen. Cora studiert inzwischen in Florenz und Maja wohnt mit ihrem langweiligen Mann Jonas und Sohn Bela in Deutschland. Aber als das spießige Familienleben Maja einzuholen droht, wird sie von Cora nach Florenz eingeladen, die dort in der Zwischenzeit einen gutbetuchten, älteren Bauunternehmer kennen gelernt hat. Von Liebe keine Rede, Cora will einfach nur das Geld und das Haus.
 
Doch auch im sonnigen Florenz wollen die Männer nicht immer so wie sie sollen und die beiden jungen Frauen müssen ihrem Glück auf die Sprünge helfen.
 
Denn wehe es macht ihnen irgendjemand Schwierigkeiten. Gleichgültig um wen es sich handelt, sei es der Bruder, der Freund oder später der Mann: Wer stört, stirbt, schnell und schmerzlos, ohne viel Federlesens. Ganz ohne Moral und falsches Mitleid. Ihre Morde sind so klug gemacht, dass kein Polizist auf den Gedanken kommt, Nachforschungen anzustellen.

Das Buch ist einfach klasse!
Die Beschreibung der vielen verschiedenen Figuren – mit ihren Stärken und Schwächen – ist Ingrid Noll wieder mal hervorragen gelungen.
Ganz besonders hervorheben möchte ich dabei die Nebenfigur Emilia – sie ist die ältliche Haushälterin in Coras Haus in Florenz. Im Grund spielt sie eine der wichtigsten Rollen überhaupt, denn sie weiß immer alles und schweigt! Eine wahre Perle!
 
Die Autorin weiß genau, wie man Wörter und Sprache gebraucht; ihr Stil ist unverwechselbar:
„Meine Mutter sprach wenig, aber was sie sagt, war von präziser Bosheit.“
Solche kurze, wundervolle und vor allem aussagekräftige Sätze bestimmen das Hauptbild. Kein um den heißen Brei reden!

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