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Buddenbrooks

Summary rating: 2 stars 31 Kritik
Autor : Thomas Mann
Review by : Montgomery21
Besucher : 1579  Wörter: 600   Veröffentlicht am: April 05, 2006
Der erste, meistgelesene und nobelpreisgekrönte Roman von Thomas Mann schildert chronologisch die Ereignisse von 1835-1877 im Leben der Patrizierfamilie „Buddenbrook“. Sein Erzählstil ist meist nüchtern, sachlich und kühl gehalten. Die Beschreibungen gehen oft über mehrere Seiten und sind durch viele verschachtelte Nebensätze gekennzeichnet. Dialekte und Redeweisen spielen bei der Charakterisierung der Figuren eine gewichtige Rolle.
Alle wichtigen Entwicklungen spielen sich innerhalb der familie ab, äußere Einflüsse treten dahinter zurück. Der Autor lässt den geneigten Leser sehr intensiv an dem schleichenden Zerfall der Kaufmannsfamilie teilhaben. Am Anfang des Romans besteht noch das intakte Familienideal. Dieses löst sich jedoch schleichend auf, indem die Bindungsstärke der einzelnen Familienmitglieder abnimmt, und zerfällt schließlich aus Mangel an Loyalität der Ehepartner.
Zwei Motive sind für den Roman von zentraler Bedeutung: Das Dekadenzmotiv, welches sich in der Todessehnsucht der männlichen Familienmitglieder wiederspiegelt, und der Konflikt zwischen Bürgertum und Kunst. Während der Patriarch der angesehenen Kaufmannsfamilie noch voll im Leben steht, erfüllt schon der Konsul seine Pflichten nur mit der „geballten Faust in der Tasche“ und einer „Protektion“ aus Frömmigkeit und Pietismus. Dessen Stammhalter Thomas ist dem steten Verfall preisgegeben, trotz seiner strengen Ernsthaftigkeit. Thomas’ Bruder Christian ist bekennender Hypochonder, der das Vermögen der Familie verpulvert und mit seinem Bruder im fortwährenden Streit liegt. Als letzter männlicher Stammhalter der Buddenbrooks kommt Thomas’ Sohn Hanno zur Welt, der aber ist kränklich veranlagt, eher künstlerisch als geschäftlich interessiert und treibt die beschriebene Todessehnsucht in dieser Familie auf die Spitze.
Der Autor wird 1875 in eine wohlhabende Lübecker Kaufmannsfamilie hineingeboren. Aus diesem Grund trägt der Roman ansatzweise autobiographische Züge. Der vertraute familiäre Hintergrund darf aber nicht verallgemeinert werden. Als teilnehmender Beobachter jener Zeit beschreibt er den Niedergang des bürgerlichen Patriziers. Dabei verkörpern die Buddenbrooks das Patriziertum, die konkurrierende Familie der Hagenströms die aufkeimende kapitalistische Bourgeoisie. Dieses Spannungsfeld spiegelt exemplarisch den sozialgeschichtlichen Wandel in der damaligen Zeit wieder.

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