Der mehrfach verfilmte Kurzroman „Ruf der Wildnis“ zählt zu den Klassikern der US-amerikanischen Literatur. Wie in der zuvor erschienenen Kurzgeschichtensammlung „Der Sohn des Wolfes“ und dem später veröffentlichten Roman „Wolfsblut“ konnte Jack London auch in „Ruf der Wildnis“ auf seine 1897/98 gesammelten Erfahrungen als Goldgräber in Alaska zurückgreifen. Das Wiederaufleben verloren geglaubter und in der Wildnis wieder erstarkter, überlebenswichtiger Instinkte bildet das Thema dieses Buches.
Im Mittelpunkt dieser parabelhaft anmutenden Tiergeschichte steht Buck, der Schlittenhund. Da er von einem Bernhardiner und einer schottischen Schäferhündin abstammt, ist er bei Goldgräbern sehr begehrt. Buck wird nach einem Goldfund in Alaska an einen skrupellosen Händler verkauft, nach Alaska transportiert und zum Schlittenhund abgerichtet.
In der weißen Hölle aus Schnee und Eis lernt er sich an die für ihn ungewohnten Gesetze eines erbarmungslosen Daseinskampfes anzupassen. Zuvor erlernte soziale Spielregeln werden durch die Revitalisierung seiner überlebenswichtigen Instinkte in Frage gestellt. Das
Recht des Stärkeren setzt sich in der Wildnis durch.
Nach einem blutigen Kampf mit seinem stärksten Rivalen übernimmt Buck die Position des Leithundes. Diese Gruppe wird an den Goldsucher Charles verkauft. Die Unfähigkeit seines neuen Herrn kostet Buck fast das Leben. Kurz bevor der Schlitten samt Gefährt ins Eis einbricht, wird der total erschöpfte Buck als einziger von dem gutmütigen und erfahrenen John Thornton gerettet.
Fortan begleitet Buck seinen Retter mit liebevoller Wachsamkeit. Eine Rückkehr in die Verhaltensmuster des domestizierten Hundes gibt es aber nicht mehr. Die enge Beziehung beider spiegelt nicht die Abhängigkeit des Tieres vom Menschen, sondern mehr die harmonische Beziehung eines Menschen zur Natur wider.
Immer häufiger unternimmt Buck lange, einsame Streifzüge durch die Wälder. Während seiner Abwesenheit wird John Thornton von Indianern überfallen und getötet. Dieses Ereignis lässt das letzte noch existierende Band zwischen ihm und den Menschen reißen. Es folgt der endgültige Rückzug in die Wälder.
Durch den erbarmungslosen Daseinskampf in der Wildnis hat Buck die Kunst des Jagens und Tötens perfektioniert. So gerüstet setzt er sich auch als Anführer eines Wolfsrudels durch.
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