Ralph Giordano schildert in seinem Roman „Die Bertinis“ eindrucksvoll das Leben einer halbjüdischen Familie in Hamburg zur
Zeit des Nazi- Regimes und des zweiten Weltkrieges.
Alf Bertini, halb Italiener, halb Deutscher, heiratete im Jahre 1921 die Jüdin Lea Seelman. Sie zogen gemeinsam in eine Wohnung in Hamburg – Barmbek, in die Lindenallee 113. Dort wuchsen auch, ein wenig überbehütet von Lea, ihre Söhne Cesar und Roman und etwas später Ludwig auf. Die ersten beiden erhielten sogar die Möglichkeit das Johanneum, die beste Schule der Stadt, zu besuchen.
Alf, der lange Zeit als Pianist in den Kinos Stummfilme begleitet hatte, verlor mit dem ersten Tonfilm seine Anstellung und die Familie musste lange mit wenig Geld auskommen da auch kein neuer Job in Sicht kam. Doch was viel bedrohlicher schien, war die Judenfeindlichkeit die die Regierung unter Hitler an den Tag legte. Als „privilegierte Mischehe“ hatten die Bertinis vorerst nichts zu befürchten, doch als der zweite Weltkrieg ausbrach, waren auch sie in Gefahr.
Ralph Giordano schildert detailliert das Leben der Bertinis und orientiert sich dabei seine eigene Familie und dren Geschichte. Er selbst lebt noch heute in Hamburg.