Hauen und Stechen in der Wiener Künstlerszene Eine große Wohnung im Wien der 80er Jahre an einem Abend im März.
Ein wohlhabendes Ehepaar gibt ein Essen zu Ehren eines Burgschauspielers. Während des Wartens auf den Ehrengast sitzt der unschwer als Thomas Bernhard zu erkennende Ich-Erzähler in einem Ohrensessel. Champagner trinkend beobachtet er die anderen Anwesenden und erinnert sich an seine gemeinsame Vergangenheit mit ihnen. In einem inneren Monolog von Buchlänge rechnet der Erzähler in nahezu atemlosen Hasstiraden radikal mit ihren Schwächen, ihrer Vergangenheit und ihrer erbärmlichen Gegenwart ab. Doch die Hölle sind nicht nur die anderen: Der Erzähler nimmt auch sich selbst schonungslos auseinander. Er schwankt dabei zwischen erbarmungsloser Demontage und sentimentaler Hinwendung zu seinen Mitmenschen. Bernhard verwebt seine Themen kunstvoll miteinander und verwendet eine fast musikalische Sprache, er findet immer neue Begriffe für das menschliche Grauen. Trotzdem kein deprimierendes Buch, sondern ein guter, unterhaltsamer Einstieg für Leser, die Bernhard noch nicht kennen.