Reif für die Insel Wenn man den Namen "Robinson Crusoe" hört, haben die meisten Menschen wohl die gleiche Vorstellung:
ein verschollener, bärtiger Mann, der mit einem Zottelfell über eine einsame Insel tapst und dessen einziger Vertrauter den kuriosen Namen "Freitag" trägt. Das allein zeigt schon, wie stark der Mythos Robinson auf uns gewirkt hat - sogar ein beliebter Ferienclub wurde nach ihm benannt. Doch die Geschichte Robinson Crusoes, die Daniel Defoe 1719 anonym veröffentlichte (weil er vorgab, Robinson hätte sie selbst geschrieben), handelt keinesfalls vom süßen Nichtstun, sondern im Gegenteil von harter Arbeit. Defoe zeigt in seinem quasi journalistisch verfassten Roman, wie ein Mann nach mehreren gewagten Expeditionen 27 Jahre allein auf einer Insel verbringt und trotzdem nicht den Lebensmut verliert. Auf seiner Insel macht er mitnichten einen Neuanfang, sondern simuliert das Leben im heimischen England - nur mit anderen Mitteln. Neben Cervantes’ Don Quijote gehört Robinson Crusoe zu den wichtigsten Meilensteinen auf dem Weg zum modernen Roman und zu den spannendsten Erzählungen der Weltliteratur.