Notre-Dame de Paris, erschienen 1831, gilt bis heute als der größte historische Roman der Romantik, gleichzeitig als das
spannendste Werk des französischen Nationaldichters Victor Hugo. Die Hauptfigur Quasimodo ist unansehnlich, bucklig und einäugig, aber in seiner Gutherzigkeit, ja Heldenhaftigkeit ist er das lebendigste Beispiel für Hugos Vorhaben, auch dem Hässlichen und Grotesken literarische Würde zu geben.Im Mittelpunkt der Handlung stehen die junge Sinti Esmeralda und der verwachsene und taube Quasimodo. Sie empfindet Mitleid für dessen Missbildung, er ist ihr in Treue und versteckter Liebe zugetan. Der düstere Domprobst und Alchimist Claude Frollo, nebenbei Arbeitgeber des Quasimodo, möchte die Zuneigung der schönen Sinti Esmeralda
gewinnen. Zu diesem Zweck missbraucht er den Glöckner für seine Zwecke und lässt Esmeralda von Quasimodo entführen. Dieses Vorhaben bleibt aber nicht unbeobachtet. Einer Streife königlicher Bogenschützen unter ihrem Anführer Phoebus de Châteaupers gelingt es, die Entführung rechtzeitig zu beenden. Somit gelingt es Frollo nicht, Esmeralda für sich zu gewinnen, da diese sich in Châteaupers verliebt. So geschehen bringt Frollo seinen Nebenbuhler um, bezichtigt Esmeralda der Hexerei und des Mordes, worauf sie in die Hände der Inquisition gerät. Dort lehnt sie ein Gnadenangebot Frollos ab und soll nun hingerichtet werden. Quasimodo rettet sie vor dem sicheren Tod und flüchtet mit ihr in die Kathedrale, wo sie sicher ist und Asyl genießen darf. Unter einem Vorwand bringt Frollo Esmeralda aus der Kathedrale und liefert sie der Justiz aus. Sie wird als Hexe gehängt. Den wahren Strippenzieher kennt bis lang niemand. In einem scheinbar unbeobachteten Moment lässt Domprobst Frollo seinem Triumph über Esmeralda freien Lauf. Quasimodo erkennt dies und stürzt ihn von einer der Turmgalerien in die Tiefe. Sein Leid überwindet Quasimodo jedoch erst, als er am Grab Esmeraldas stirbt.
Der Glöckner von Notre-Dame wurde zum Inbegriff der Romantik. Der Autor kombiniert in seinem Roman
Figuren von hoher Durchschnittlichkeit mit auffallend bizarren Charakteren. Die Qualität des Romans zeigt sich auch in den zahlreichen Nebenhandlungen und –figuren und den Schauplätzen im Umkreis der mächtigen Kathedrale. Diese Aspekte fügen sich zu einem umfassenden Panorama mittelalterlichen Lebens in Paris.