Als das Ehepaar Emile und Juliette Hazel sich ein kleines, altes Haus auf dem Land zulegt, weiß es sofort: das ist ihr
Traum von einem ruhigen, friedlichen Lebensabend. Was die beiden jedoch noch nicht wissen: ihr Nachbar, der Arzt des Dorfes, Monsieur Palamède Bernardin, hat nicht nur eine außergewöhnliche Frau, sondern auch eine äußerst unangenehme Angewohnheit, die den Eheleuten mit der Zeit ihre Nerven und ihr ganzes Leben zu
zerstören droht. Warum sind sie nicht imstande sich zur Wehr zu setzen? Warum können sie sich und Bernardins Frau nicht helfen? Was hält sie zurück?
Wieder einmal führt uns Amélie Nothomb den passiven Widerstand vor Augen, wie sie das bereits in ihrem Roman „Kosmetik des Bösen“ getan hat. Auch
hier wird bedrängt und belagert, ohne jedoch ein Verbrechen zu begehen. Die persönlichen, privaten Grenzen des anderen werden solange eindeutig überschritten, bis es schließlich keine Grenzen mehr gibt, keine Hemmungen mehr existieren, die einen vor dem letzten Schritt bewahren würden, vor einer Tat, die nicht zurück genommen werden kann, weil sie endgültig ist.
Mit Leichtigkeit und Witz setzt uns die Autorin hier – wieder einmal – einen Albtraum auf die Brust, von dem wir froh sind zu erwachen und gleichzeitig traurig darüber, das Buch schon zu Ende gelesen zu haben.
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