Dieser Sammelband beinhaltet sechzehn zuvor in verschiedenen Ausgaben zerstreute satirische Erzählungen des wohl unumstrittenen „Meisters der treffsicheren Satiren“, Heinrich Böll.
Die hinreißend skurrile Geschichte mit dem Namen „Nicht nur
zur Weihnachtszeit“ bildet
hierbei den Anfang, wobei schon allein am Titel Bölls neckische und provozierende Ader festgestellt werden kann. Zweifelsohne liegt ihr das Zitat „nicht nur zur Sommerzeit“ des bekannten Weihnachtsliedes „O Tannenbaum“ zu Grunde, dessen jahreszeitliche Bestimmung Böll abwandelte. Inhaltlich geht es hierbei -Wie hätte es denn anders sein können?- um einen Weihnachtsbaum, welcher das
ganze jahr über in Funktion treten muss. Auf höchst vergnügliche Weise
wird dargestellt, wie eine Familie, sich stets an die gut bürgerlichen Konventionen klammernd, das ganze Jahr über Weihnachten feiert. Trotz des Böllschen Sprachstils kann man sich das eine oder andere Schmunzeln schlichtweg
Nicht verkneifen, wenn die prätentiöse Gesellschaft attackiert wird. Denn, anstatt sich, ausgehend von einer pessimistischen Weltsicht, über den Kulturverfall zu beklagen, packt der Autor seine kritischen Absichten in Humor ein und zwingt den Leser somit nahezu zur Reflexion.
Nicht weniger tiefgründig sind die Erzählungen „Schicksal einer henkellosen Tasse“, „Unberechenbare Gäste“, oder etwa „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“, wobei in letzterer neben der Gesellschaft im Allgemeinen auch Kritik an den hochtrabenden Produkten der Kulturindustrie geübt wird.
Wie für alle Werke Bölls gilt: entweder man hasst es – oder man liebt es durch und durch!
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