Die Kurzgeschichte „Der beste Freund ist im Himmel“ von Gabriele Wohmann zeigt ein Bild der modernen Frau. Sie ist eine
Frau der neuen Generation in der Frauen zwar leicht zu kriegen sind, aber sie können
nicht kochen, wollen nicht kochen, sie haben keine Ahnung von Haushalt, tragen dicke schminken und wollen nur Karriere machen anstatt Ehefrau und Mutter zu werden. In dieser Generation sind brave Frauen eine Seltenheit. So eine Frau ist die hier dargestellte Tilli. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann, Phill. Beide arbeiten viel und deswegen gab es bis jetzt keine Probleme. Sie teilten all die gewöhnlichen Hausarbeiten. (Tilli und Phils Haushalt glückte nur deshalb so unauffällig, weil sie, beide berufstätig, sich ohne jedes Nebengeräusch von rechthaberischem, emanzipatorischem Ausgleichsgerangel die gewöhnliche Arbeit teilten. Ohne System und Rollenzuweisungen.). Aber Phil hat auf einmal entdeckt, dass er eigentlich eine normale Beziehung braucht, in der es eine Frau gibt, die nicht nur ist, sondern eben auch kocht und den Haushalt führt. So einen Haushalt wie er es bei seiner Mutter gesehen hat. Aber Phil ist nicht ein Tyrann, er will Tilli langsam daran gewöhnen, er will sie dazu überzeugen („…ihren Mann, der sie an einen beherzten Umgang mit Lebensmitteln gewöhnen wollte und endlich auch die Verpflegung zu erhalten wünschte, mit der seine Mutter in früheren Zeiten ihm recht gewesen war.“) Bei Tilli geht es aber nicht nur darum, dass sie nicht
kochen will oder kann. Sie ist es nicht gewöhnt Tiere tot zu sehen und deswegen ist es für sie ein Problem einen toten Fisch zu einer Mahlzeit zu bereiten. Sie sieht in dem Fisch eine Personifizierung eines Freundes, also eines Menschen. („Aber er war ein aufs Fürchterlichste von ihr verratener Freund. Ich hab dich nicht ermordet,
sagte Tilli zu ihm.“).Tilli braucht Zeit um ihre Schwäche zu Überwinden, sie muss sich ans Neue eben erst gewöhnen und muss es in ihr Bewusstsein „einkomponieren“ („… und plötzlich bekam sie Lust ihn auf einen schöneren Teller zu legen,…“). Wir begleiten Tilli auf ihrer Reise zum Frau werden. Sie ist zwar schon lange erwachsen, aber sie hat immer noch etwas von einem kleinen Kind in sich. („Es bereitet ihr eine Art Kindergenuss, mit zunehmendem Appetit der Küche fernzubleiben. Es war schön bis zuletzt zu spielen, bis die Mutter rief: Zu Tisch! Zu Tisch!“). So ein Verhalten zeugt davon, dass Tilli noch nicht ganz reif ist. Möglicherweise wird sie es nie werden. Tilli lebt ein bisschen in einer erfundenen Welt, sie schreibt und übersetzt. Wenn sie sich mit einem Problem nicht in der Wirklichkeit auseinandersetzen kann, versucht sie es mit Hilfe der Literatur („Da ermordete sie ihn, ihr Wellenschliffmesser genügte. Darauf liefe es in einer der Folgen aus der Hank Vampir-Serie hinaus, dachte Tilli…“. Tilli braucht es aber gar nicht so ganz erwachsen zu werden, denn sie hat einen guten Mann der sehr viel Verständnis für sie hat und immer nur gut für sie will. (…, sagte Phil, der es gut und vernünftig meinte wie in jeder sonstigen Minute.“
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