Wer sich für die Bücher von Stephen King interessiert, oder die Filme
von "Akte X" für sehenswert hält, der sollte sich das Buch "Der
Wächter" von Dean Koontz
nicht entgehen lassen. Mit einer
gesunden Mischung aus Spannung, Mystik, Krimi und Grenzwissenschaften
schafft es der Autor auch in diesem Buch, Themen miteinander zu
verbinden, die nicht unbedingt im gesellschaftskritischen Denken
vorhanden sind.
Im "Der Wächter"
wird die normale Kriminologie auf versteckte und
doch sehr präsente Art und Weise mit Engel, Teufel und die damit
verbundenen außer-irdischen Tätigkeiten konfrontiert. Wo Logik,
Recherchen und gesunder Menschenverstand nicht
mehr weiter
kommen, treten spirituelle Eingebungen, jenseits der
Schulmedizin entstehende Wunder und Hilfe aus dem Jenseits auf
den Plan.
Was als beängstigende Drohungen in Form von rätselhaften Päckchen gegen
einen weltbekannten Schauspieler beginnt, gipfelt recht
schnell in
Ereignisse, die die Hauptfigur, einen ehemaligen Cop der nun als
Sicherheitschef fungiert, an den Rand vermeindlichen Wahnsinns
treibt. Entgegen seiner nüchternen und logischen
Auffassungsgabe, wird er nun mit Geschehnissen konfrontiert die
außerhalb seines gewöhnlichen Denkens liegen. Und so sehr er auch
versucht diese Dinge auf alt bewährte Art und Weise zu erklären,
rutscht er immer tiefer in die unerklärlichen Welten jenseits dieser
uns bekannten Welt, sodass er sich schließlich entgegen seiner
bisherigen Überzeugungen, voller Vertrauen auf etwas einläßt, das
man weder sehen, hören noch ertasten kann.
Fast hat man während des Lesens das Bedürfnis so wie in "Die unendliche
Geschichte", der Hauptfigur Warnungen, Hinweise und gute Ratschläge
zurufen zu wollen, und während sich die Personen in dem Buch
unweigerlich aufeinander zu bewegen, auch wenn ihre Absicht genau das
Gegenteil beinhaltet, hat man als Leser zwar recht schnell einen guten
Überblick über die evtl. Konsequenzen der Handlungen, doch
genauso schnell stellt sich ein Gefühl der absoluten Hilflosigkeit und
der stummen Hoffnung auf ein gutes Ende ein. Zumindest geht es
so den Lesern, die sich bedingungslos auf diese Lektüre einlassen.
"Der Wächter" ist meiner Meinung nach, nicht nur ein Buch das der
Unterhaltung dient, sondern in vielen Bereichen zum Nachdenken über den
Inhalt anregt. Und auch wenn am Schluss bezüglich der ungeklärten
Ereignisse mehr Fragen als Antworten bleiben und im Internet oder in
Fachbüchern nach Sekundärliteratur gesucht wird, so hat der Autor
gewiss ein Ziel von vielen erreicht.
In diesem Sinne: Auf zu neuen Ufern!
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