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Das doppelte Lottchen

Summary rating: 3 stars 3 Kritik
Autor : Erich Kästner
Review by : Oswin
Besucher : 111  Wörter: 900   Veröffentlicht am: April 13, 2008
Sommerferien,  Luise 9 Jahre alt, Tochter des Herrn Kapellmeisters Palffy aus Wien, ist ein wilder ungestümer doch herzensguter Fratz mit langen blonden Locken und momentan in einem Ferienheim in  Seebühl am Bühlsee.
Neuankömmlinge werden mit Spannung erwartet. Aus dem Ferienbus steigt zuletzt ein ernstes langbezopftes blondes Mädchen namens Lotte Körner aus München aus. Tochter der vielbeschäftigten Luiselotte Körner Bildredakteurin der Münchner Illustrierten.
Ein großer Schreck überkommt beide Mädchen, denn sie sehen vollkommen gleich aus wenn man von den Zöpfen Lottchens absieht. Nach überstandenem Schrecken freunden sich die Zwei an und werden zum fotografieren ins Dorf geschickt. In 10 Tagen sollen die Postkartenfotos fertig sein.  Luise spendiert in der Försterei Limonade und dabei stellen sie zu ihrer Überraschung fest: Lotte hat eine Mutter aber keinen Vater, von dem weiß sie nichts. Luise hat einen Vater aber keine Mutter, von ihr weiß sie  nichts außer einem Foto  welches sie mal auf dem Flügel des Vaters gesehen hatte und welches hernach sofort verschwand. Nachdem sie feststellen dass sie Beide am 14. Oktober in Linz an der Donau im selben Jahr geboren wurden fliegen sie förmlich zurück ins Ferienheim. Lotte zeigt Luise ein Foto ihrer Mutter und diese erkennt die Fotografie wieder. Lottchen und das Luiserl sind nicht astrologische Zwillinge wie das Fräulein Ulrike vom Heim meinte, nein, sondern wirkliche Zwillinge. Eine Flut von Fragen bestürmt die zwei Mädchen. Warum? Hat die Mutti einen Anderen? Nein! Hat der Vater eine neue Frau?- Nein. Hatten Sie früher mal...? -Nein! Dürfen Eltern so etwas tun? Einen so einfach halbieren und so tun als ob es den Vater und die Mutter nicht geben würde? Sind die Eltern böse? Oder ist nur Das was sie taten böse? Luise und Lotte schmieden einen kühnen, ja verwegenen Plan und verbringen die restliche Ferienzeit damit das Leben der Anderen bis ins kleinste Detail kennenzulernen. Oktavheftchen werden gefüllt mit Erinnerungsstützen und als sie die bestellten Fotos abholen, werden diese nicht wie von Frau Muthesius der Heimleiterin geplant nach Hause geschickt, sondern verschwinden zerrissen im Bühlsee. Da sie ahnen dass Ihre Wünsche sich nicht so einfach erfüllen würden, täten sie die Angelegenheiten in die Hände der Eltern geben, sind sie bereit für ein verwegenes Abenteuer: Lotte fährt als Luiserl nach Wien zum Vater und Luise als Lottchen nach München. Die Generalprobe am Vorabend der Abreise klappt vorzüglich. Niemand bemerkt etwas. -  Herr Ludwig Palffy Kapellmeister und Komponist ehemals jungverheiratet dann junggeschieden, ein freundlicher sorgloser in seiner Kunst lebender Egoist, bemerkt auch nichts.
– Jahre zuvor: Nachdem die Zwillinge auf der Welt waren zog der  Künstler Palffy zum Arbeiten in ein Atelier. Seine junge Frau  blieb nun meist allein mit sich und den Zwillingen. Bis eines Tages die junge Mutter feststellen musste das ihr Mann seine Zeit auch damit zubrachte, hübschen Opernsängerinnen Nachhilfe zu geben, anstatt nach Hause zu kommen. Da packte sie ihre Koffer und man reichte sich die Hände zum Abschied mit dem Versprechen nichts mehr von einander hören zu wollen. Und - Jeder bekam ein Kind.  –
Das Atelier gibt es immer noch und Herr Palffy ist immer noch mehr dort als bei seinem Kind zuhause. Resi die Hauswirtschafterin kümmert sich. Der Herr Hofrat Strobl, Arzt von Beruf, und sein Hund Peperl sowie der Kunstmaler Anton Gabele sind mit Luise befreundet. Vom Tausch der Kinder merkt aber nur Peperl der Hund etwas. Man isst im Imperial Hotel. Frau Gerlach, eine sehr attraktive exquisite junge Frau hat es auf den berühmten Herrn Dirigenten abgesehen und bringt ihn nach einer Weile dazu dass er glaubt sie heiraten zu wollen. Lottchen, die alle Hoffnungen schwinden sieht, versucht  diese Absicht zu verhindern. Doch die Aufregung und der Egoismus ihres Vaters lässt Lotte sehr krank werden. Nervenfieber sagt der Herr Hofrat Strobl.  Herr Palffy kommt endlich zur Besinnung und weicht nicht mehr vom Krankenbett der Tochter. – Derweil Luise als Lotte frohgemut bei Ihrer Mutter in München weilt. Die Mutter hat sich daran gewöhnt, dass ihr Lottchen in den Ferien das Kochen und Rechnen verlernt hat und nicht mehr ihr braves vernünftiges Hausmütterchen sondern  ein fröhliches Kind geworden ist. Sie bedenkt die Fehler die sie bei Lotte gemacht hat und hofft  einiges wieder gut  machen zu können. Eine Wanderschaft durch die Garmischer Bergwelt schweißt Mutter und Tochter zusammen. - Luise ist in großer Sorge da keine Nachrichten von Lotte mehr kommen.  - Und da fallen Frau Körner in der Radaktion die Bilder Ihrer Töchter in die Hände. Ein Fotograf schickte diese  an den Verlag. Die Mutter ist vor Aufregung  und Freude ganz schwach und eine große liebevolle Aussprache klärt den Rest. Frau Körner ruft Herrn Palffy in Wien an. Die Mutter nimmt Urlaub und nächsten Tag fliegen Sie.
Resi und der Herr Hofrat  sind freudig überrascht das Fräulein Gerlach pikiert… Die Zeit vergeht, die Mutter pflegt Lottchen in Wien gesund. Zum Geburtstag wüschen sich die Zwillinge nur eines: Das die Eltern zusammenbleiben. Da sich Frau Körner und Herr Palffy doch noch sehr  zugetan sind und sie Ihre Töchter glücklich sehen wollen wird wieder geheiratet. Der Vater hält am Ende noch eine große Überraschung bereit. Sein Atelier gab er seinem  Nachbar dem Kunstmaler Gabele. Die  freigewordene Nachbarwohnung ist sein neuer Arbeitsplatz. Er kann nun in Ruhe arbeiten und doch - ganz nahe bei seiner Familie sein. Sein musizieren, stellen die Kinder beglückt fest, ist durch die Wände zu hören. Das Jubeln der Kinder auch, stellt Herr Palffy fest, doch das stört ihn nun überhaupt nicht mehr. - Ganz im Gegenteil.

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