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Die Cholesterin-Lüge, F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München, 21. Auflage 2005.

Summary rating: 4 stars 15 Kritik
Zusammenfassung von : Olaf Czitrich
Besucher : 1768  Wörter: 900   Veröffentlicht am: Mai 19, 2006
Ein großer Cholesterin-Betrug?
Bekanntlich lehrt die Schulmedizin, dass ein hoher Cholesterinspiegel das Risiko an Herzinfarkt, Arteriosklerose und Herz-Kreislaufbeschwerden zu erkranken, erheblich erhöhen würde. Unstrittig ist jedoch auch, dass Cholesterin für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen notwendig ist. Das Cholesterin ist ein wichtiger Baustein des Körpergewebes und der Körperzellen. Es ist beteiligt an der Synthese von Hormonen, am Aufbau des Vitamin D und der Gallensäuren. Somit gewährleistet es den Körperaufbau und den Stoffwechsel, sichert die Energiegewinnung für den Körper, und ist wichtig für die Aufrechterhaltung und Steigerung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit, einschließlich der Fortpflanzung.
Eine Unterversorgung mit Cholesterin führt zum Energie- und Aktivitätsverlust und zu Depressionen. Ferner können Vitamin D-Mangel (erhöht Osteoporose-Risiko), Störungen des Stoffwechsels und des Gewebeaufbaus auftreten. Nach einem dauerhaften und erheblichen Mangel an Cholesterin wurde ein Anstieg von Krebserkrankungen beobachtet. Nicht selten wurden Cholesterin senkende Medikamente vom Markt genommen, nach dem mehrere Patienten nach der Einnahme dieser Mittel starben.

Bisher konnte nach Ansicht des Verfassers durch zahlreiche Untersuchungen eindeutig belegt werden, dass die Aufnahme von cholesterinreduzierten Nahrungsmitteln keinen nachhaltigen Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut hat. Die Begründung liegt im körpereigenen Steuerungsmechanismus. Sobald die Cholesterinzufuhr durch die Nahrung abgesenkt wird, kurbelt der Körper die eigene Cholesterinproduktion an. Innerhalb weniger Tage wird das ursprüngliche, vor der Nahrungsumstellung ermittelte Niveau nahezu wieder erreicht. Andere Versuche, bei denen Testpersonen cholesterinreich ernährt wurden, zeigten, dass sich die Cholesterinwerte nach einem kurzzeitigen Anstieg wieder annähernd auf das ursprüngliche Niveau einpendelten. Der Körper scheint eine bestimmte Cholesterinmenge zu benötigen, und Schwankungen kurzfristig ausgleichen zu können. Demnach hält der Organismus den benötigten Pegel aufrecht, unabhängig davon, was und wie viel wir essen.

Ausschlaggebend für die These, dass Cholesterin zu Herz-Kreislauferkrankungen führe, waren die vor rund einem Jahrhundert durchgeführten Untersuchungen an Kaninchen. Die Versuchskaninchen wurden mit cholesterinreichen, tierischen Nahrungsmittel derart überfüttert, dass deren natürlicher Cholesterinspiegel von rund 40 mg/dl auf 1200 mg/dl anstieg. Kaninchen nehmen in der Regel keine cholesterinreichen Nahrungsmittel auf, und deren Organismus ist demzufolge nicht auf einen Cholesterinabbau in solchen Mengen ausgelegt. Nun ist es fraglich, wie weit sich die Ergebnisse der Tierversuche auf den Menschen übertragen lassen. Der bei dem Versuch herbeigeführte Anstieg des Cholesterinspiegels auf 1200 mg/dl entspräche einem menschlichen Cholesterinwert von 7000 bis 8000 mg/dl. Das Blut eines erwachsenen Menschen weist hingegen einen durchschnittlichen Cholesterinspiegel von ca. 250 mg/dl auf. Ein Anstieg auf einer dem Kaninchenversuch vergleichbaren Höhe, würde beim Menschen auch zum Tode führen. Bei einer derartigen Überdosierung kann nahezu jeder noch so harmlose Stoff schwerste Vergiftungen bewirken. Als Beweis für die Schädlichkeit des Cholesterins wären die Ergebnisse der in dieser Form durchgeführten Untersuchung jedenfalls als zweifelhaft zu beurteilen.

Um wenigstens im Nachhinein die Cholesterin-These zu beweisen, wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Studien durchgeführt, bei denen tausende Personen über mehrere Jahre und Jahrzehnte hinweg untersucht und beobachtet wurden. In anderen Studien wurden bestimmten Personengruppen Cholesterin senkende Medikamente verabreicht, bzw. eine cholesterinarme Ernährung auferlegt. Diese Studien sollten u. a. klären, welcher Zusammenhang zwischen Cholesterin und Arteriosklerose besteht, und welche Faktoren zu Herz-Kreislauferkrankungen führen. Diese Studien und Untersuchungen brachten sehr überraschende Ergebnisse zutage.
Demnach bewirken erhöhte Cholesterinwerte lediglich bei Männern einen Risikoanstieg, an Herz-Kreislauferkrankungen zu sterben. Bei Frauen wurden keine nennenswerten Auswirkungen durch das Cholesterin beobachtet. Insgesamt scheint der Einfluss des Cholesterins auf die Entwicklung einer Arteriosklerose oder eines Herzinfarktes geringer zu sein, als erwartet.

Durch eine Absenkung der Cholesterinwerte starben die Testpersonen allerdings ebenso. Durch die Cholesterinwertabsenkung stieg nach Ansicht der Kritiker insbesondere die Rate der Krebserkrankungen an. Neben dem Schlaganfall wurden u. a. Selbstmorde und Unfälle als einige weitere Todesursachen aufgrund des niedrigeren Cholesterinspiegels beobachtet. Eine Verminderung des Cholesterinspiegels wirkt sich nachteilig auf die Produktion des Gehirnbotenstoffs Serotonin aus. Ein Mangel an Serotonin kann beispielsweise Depressionen, unausgeglichenes und aggressives Verhalten hervorrufen, wodurch der Anstieg der Selbstmord- und Unfallrate erklärbar würde.

Hohe Cholesterinwerte scheinen demnach das Risiko, an Krebs zu erkranken, zu vermindern, und nach Interpretation der Versuchsergebnisse insgesamt die Lebenserwartung zu erhöhen.

Warum konnte sich nun die Theorie, die Cholesterin als Verursacher von Herz-Kreislauferkrankungen darstellt, so lange und so erfolgreich aufrecht gehalten werden?
Die unkritische Übernahme und Weitergabe von fehl interpretierten Untersuchungs- und Studienergebnisse in die medizinische Fachliteratur mag sicherlich eine der Ursachen sein. Der Verfasser sieht allerdings noch andere Aspekte und Motivationen.

So stuft die Schulmedizin Cholesterinwerte bei Erwachsenen von 200 mg/dl als normal ein. Der durchschnittliche Wert des Großteils der Weltbevölkerung liegt allerdings bei ca. 250 mg/dl. Rund 20% der Bevölkerung weisen Cholesterinwerte zwischen 300 und 350 mg/dl auf. Da die Cholesterinwerte von über 200 mg/dl als zu hoch und behandlungsbedürftig beurteilt werden, würde man nunmehr nahezu 80% der Bevölkerung für krank erklären. Diese hohe Anzahl der Personen, die dadurch zu Patienten avancieren, füllen damit die Arztpraxen und sichern den Ärzten das Einkommen. Weitere Nutznießer wären darüber hinaus auch die Pharmaindustrie und die Hersteller Cholesterin reduzierter Lebensmittel (z. B. die Margarineproduzenten).
Diesen Gruppen wird ein gewisses Interesse unterstellt, die „Cholesterin-Irrtümer“ nicht korrigieren zu wollen. Einige Kritiker der Cholesterin-Theorie behaupten sogar, dass die durchgeführten Studien und Untersuchungen von Mitgliedern der genannten Interessengruppen beauftragt und gesponsort wurden. Somit wären sie als Sponsoren und Auftraggeber in der Lage, einen gewissen Einfluss auf die Durchführung, Auswertung und Interpretation der Ergebnisse auszuüben.

Letztlich stellt sich nur noch die Frage, welche Faktoren als die häufigsten Verursacher der Herz-Kreislauferkrankungen gelten. Dies sind:
- Vererbung, Veranlagung
- Rauchen
- Adipositas (Fettsucht), Übergewicht
- Gicht
- Diabetes
- Bluthochdruck
- Chronischer Stress
- Bewegungsmangel in Verbindung mit einer Fehlernährung

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