Gesundheitliche Gefahren durch Vitamin A und Beta Carotin (Provitamin A) Das fettlösliche Vitamin A und dessen Vorstufe, das Provitamin Beta Carotin (welches im Organismus zu Vitamin A umgewandelt wird), erfüllen als Nährstoffe im Körper wichtige Funktionen. Sie sind wichtig für Wachstum, Fortpflanzung und für die Haut, notwendig für den Sehprozess, und wichtig für die Immunabwehr und Regeneration der Schleimhäute.
Als mögliche Mangelerscheinungen
werden verschlechterte Augenfunktionen und Augenschäden mit der Gefahr einer Erblindung, ein erhöhtes Infektrisiko und Atemwegsbeschwerden beschrieben.
Um den Mangelerscheinungen entgegen zu wirken, sind diese und andere Vitamine in zahlreichen Nahrungsergänzungsmittel enthalten. Doch besteht bei den heutigen Ernähungsgewohnheiten tatsächlich die Gefahr eines Vitaminmangels?
In der Lebensmittelindustrie
wird Beta Carotin als gelb-roter Farbstoff zahlreichen Lebensmitteln, wie Margarine, Orangenlimonade, Säften, zugesetzt. Das Vitamin A wird insbesondere fett- und ölhaltigen Lebensmitteln, wie z. B. Fleisch- und Wurstwaren, als Antioxidationsmittel beigefügt. Der Einsatz als Lebensmittelzusatzstoff und das natürliche Vorkommen in einigen Lebensmitteln (Leber, Karotten, Paprika, Pflanzenöle, Margarine, usw.) lässt Zweifel zu, dass die Angst vor einem Vitaminmangel bei einer ausgewogenen Ernährung heutzutage noch berechtigt wäre. Vielmehr könnte die Zufuhr von zum Teil hoch dosierten Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln das Risiko von Überdosierungen hervorrufen.
Die Verfasser führen einige Beispiele auf, welche gesundheitlichen Gefahren durch Vitaminüberdosierungen entstehen können. Für das Vitamin A und das Beta Carotin werden folgende Symptome beschrieben, die nach einer regelmäßigen Einnahme hoher Dosierungen beobachtet wurden:
- Missbildungen bei Kindern und Wachstumsverminderung durch die erhöhte Vitamin-Aufnahme während der Schwangerschaft. Ferner können zu hohe Einnahmen von Vitamin A toxisch auf das Kind wirken.
- Steigerung des Risikos, an Osteoporose zu erkranken. Vitamin A beschleunigt den Knochenabbau, und hemmt die Aktivität des Vitamin D (Kalziumeinlagerung in die Knochen).
- Erhöhung der Blutfettwerte.
- Erhöhung des Lungenkrebsrisikos bei Rauchern. Einer finnischen Studie zufolge, an der dreißigtausend Raucher teilnahmen, erkrankten die Personen, die täglich 20 mg Beta-Carotin-Präparate bekamen, um 18% häufiger an Lungenkrebs. Die Sterblichkeitsrate stieg um 8%. Eine amerikanische Studie, an der rund 18.000 Raucher und Personen, die einer Asbestbelastung ausgesetzt waren, führte zu ähnlichen Ergebnissen. Hierbei stiegen die Lungenkrebsfälle bei der Gruppe, die täglich 30 mg Beta-Carotin und Vitamin A bekamen, um 28% an. Die Zahl der Todesfälle durch Lungenkrebs stieg um 46%.
- Asthma. Eine regelmäßige Vitamin A-Einnahme in höherer Dosierung soll laut einer Studie des College of Health Sciences (Iowa) zu starken asthmatischen Anfällen führen.
- Erbrechen, Appetitlosigkeit, Hautabschuppungen.
- Lebervergrößerungen, Leberschäden.
- Schwellungen von Lymphdrüsen und Gelenken.
- Austrocknen der Haut, Haarausfall.
Es ist
nicht auszuschließen, dass einige der beschriebenen und umworbenen positiven Auswirkungen dieser Vitamine nicht stichhaltig sind. Wie die Pharmakologen-Vereinigung der USA (USPC) feststellte, ist der Nutzen des Vitamin A gegen folgende Beschwerden nicht bewiesen:
- Augenprobleme, trockene und fettige Haut, Nierensteine, Schilddrüsenüberfunktion, Anämie (Blutarmut), Sonnenbrand, Lungenkrankheiten, Taubheit, Osteoarthritis (Gelenkentzündung mit Knochenbeteiligung), entzündliche Darmkrankheiten, Abnutzungserscheinungen des Nervensystems.
- Der Nutzen für eine Vorbeugung oder Behandlung von Krebserkrankungen konnte ebenfalls bisher nicht bewiesen werden.
Mehr Kurzabhandlungen über „Vitaminschock“. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München, 2002; „Bittere Pillen“. Verla