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Baudolino

von: Amanecer     Autor : Umberto Eco
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Baudolino ist ein Lügner der Geschichte macht. Und als ein notorischer Lügner, der per Definition die Wahrheit sagt wenn er behauptet Lügen zu erzählen, ist Baudolino ein interessanter Gesprächspartner für den rationalen und wahrheitsliebenden byzantinischen Chronist Niketas Choniates. Konstantinopel im Jahre 1204. Die Kreuzritter verwüsten und plündern die Stadt. Schon glaubt sich Niketas dem sicheren Tode geweiht, da erscheint Baudolino und rettet ihn vor den Schwertern der Angreifer. Das ist der Anfang eines Dialoges zwischen Nikoletas und Baudolino, der Anfang der unglaublichen Lebenseschichte des Lügners Baudolino, der gerade durch seine Lügen und Finten Einfluss auf die historischen Ereignisse des 12. Jahrhunderts hatte. Baudolino, Sohn eines Bauern, wächst (wie Umberto Eco) in dem Norditalienischen Dorf Alessandria auf. Baudolino lernt früh lesen und schreiben und entdeckt (wie Umberto Eco) seine Begabung für Sprachen und (wie Umberto Eco) seine blühende Phantasie. Der aussergewöhnliche Bauernjunge begegnet zufälligerweise dem Kaiser Friedrich I genannt Barbarossa. Phasziniert von den Talenten des Jungen, die Baudolino gleich mit seiner ersten grossen Lüge unter Beweis stellt, nimmt er Baudolino als Adoptivsohn mit an seinen Hof. Angeregt durch die intelektuelle Atmosphäre in Friedrichs Umgebung und, später, in den Parriser Universitäten, wird Baudolinos zügellose Phantasie durch Legenden des Mittelalters inspiriert, die er geschickt im Sinne seines Adoptiv-Vaters einsetzt und ihn damit das ein oder andere mal aus militärischen und politischen Misslagen befreit.
So geht nicht nur der Fund der Körper der drei heiligen Könige, die wundersame Rettung der Stadt Alessandria durch den Heiligen St. Georg, die Unabhängigkeit der Doktoren der Universität Bolonia, und die Entdeckung des Heiligen Grals auf sein Vorstellungsvermögen und seine List zurück, sondern sogar die beihnahe-Entdeckung Utopias, eines legendären Königreichs im Orient das von dem Priesterkönig Johannes regiert wird. Ausser einer ausschweifenden Beschreibung der fremdartigen Gestalten (Zyklopen, Hyptias, ...), Städten und Tieren, erfährt Niketas dabei die wahre Ursache des Todes von Kaiser Barbarossa. Ecos Talent das Phantastische realistisch zu beschreiben macht diesen Roman zu einem kritischen und humorvollen Meisterwerk. Wie Niketas sich nach dem Ende Baudolinos Geschichte an seiner Verantwortung als Chronograf zweifelt, die Lügen niederzuschreiben oder einfach zu vergessen, fragt sich der Leser wie es denn um den Wahrheitsgehalt in der Geschichte bestimmt ist. Aber vielleicht sind es ja gerade die guten Baudolinos unserer Historie, die uns den Weg zu einer blühenderen Zukunft ebnen.
Veröffentlicht am: 02 Februar, 2006   
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