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Die Sprache der Bahn

Summary rating: 5 stars 2 Kritik
Summary by : MBuz
Besucher : 383  Wörter: 600   Veröffentlicht am: Juni 23, 2006
Die Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und
Informationspraxis e.V. hat mit “Die Sprache der Bahn. Zur deutschen
Eisenbahnsprache im europäischen Kontext“ ein Werk zur
Terminologiebildung vorgelegt.


Die Geschichte dieser Fachsprache dringt bis heute tief in unseren
Sprachschatz ein, findet sich in Wörtern wie Stationen, Bahnsteigen und
Kassenhallen wieder. Alles Begriffe, die sich erst Mitte des 19. Jahrhunderts
und sehr oft erst im 20. Jahrhundert gebildet und im gemeinsamen
Sprachschatz gefestigt haben. Also, für die Eisenbahnfachsprache ist der Zug
noch lange nicht abgefahren.


Lothar Hums zeigt mit seinen diachronischen Beiträgen zur deutschen
Eisenbahnfachsprache die Einflüsse des Französischen und des Englischen
auf die Termini der deutschen Eisenbahnen auf, die man früher Eisenstraßen
nannte, in direkter Übersetzung an die englische iron road; solche Beispiele
finden sich haufenweise: die Trace, Billets-Bureaus, Bahnhof-Etablissements
oder Ausstiegstroittoire. Diese Dichte an Neuem und gleichzeitig im
Hinterkopf Bekanntem bleibt während des gesamten Buches aufrecht.


Aber es geht mehr als nur um die Geschichte und Fortentwicklung der
Eisenbahnsprache, ganz im Gegenteil. Das Buch vollführt eine Wende in die
Gegenwart und Zukunft, das heißt hin zur Terminologiebildung modernen
Schlages und präsentiert die Bahn dabei als zukunftsorientierte, international
agierende Organisation, die sich der Notwendigkeit einer einheitlichen
Terminologie bewußt ist.


Als herausragendes Beispiel für Terminologiearbeit wird das Produkt RailLexic
genauer unter die Lupe genommen. RailLexic ist eine Terminologie-

Datenbank in 19 Sprachen (Tschechisch, Dänisch, Holländisch, Englisch,
Esperanto, Finnisch, Französisch, Deutsch, Ungarisch, Italienisch, Japanisch,
Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Slowakisch, Spanisch
und Schwedisch) und mit rund 16.000 Fachbegriffen.


Dem RailLexic dient der Thesaurus 'Eisenbahnverkehr' als Basis und liefert
dabei Begriffe im Kontext von 104 Fachthemen. Das Projekt findet im Buch
seinen wohlverdienten Platz und ist ein gutes Beispiel, wie Terminologie-
Arbeit erfolgreich wie auch international möglich sein und befruchtend wirken
kann. Insgesamt haben sich 28 nationale Bahngesellschaftenen am Projekt
beteiligt.


Das Buch ‘Die Sprache der Bahn’ ist sowohl für den Laien als auch für den
Experten empfehlenswert. Mehr noch: für den Terminologen ist es darüber
hinaus ein Referenzwerk.

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