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Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt

von : kstar    

Autor : Umberto Eco

In dem Buch „Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt“ von Umberto Eco, erläutert der Autor ausführlich
die Kernelemente einer gelungenen wissenschaftlichen Arbeit und wie diese in der Praxis eingesetzt werden können.
Wissenschaftliche Arbeiten fügen der Welt etwas Neues hinzu. Sie beruhen auf eigenen Forschungsergebnissen, die der Welt mitgeteilt werden. Wissenschaftliche Arbeiten werden häufig geschrieben um sich zu Promovieren. Das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit sollte niemals länger als 3 Jahre dauern, jedoch mindestens 6 Monate. Ein guter Wissenschaftler muss in der Lage sein sich eigenen zeitlichen Grenzen zu setzen. Der Autor sollte die Arbeit als einmalige Gelegenheit sehen etwas Neues für sich selbst zu erlernen.
Ein Zentraler Punkt des Buches ist die Themenwahl der Arbeit. Das Thema sollte den Verfasser ansprechen ihn begeistern und dazu anregen, dass Thema aus dem eigenen Willen heraus zu erforschen. Zudem sollte es ein zeitgenössisches Thema sein, an den allgemeines Interesse besteht. Außerdem sollte das Thema stark eingegrenzt werden. Zu weitläufig ausgewählte Themenbereiche können den Autor leicht überfordern. Bei der Themenwahl muss in Betracht gezogen werden, ob die benötigten Quellen auch tatsächlich vorhanden, oder gar zugänglich sind. Ein Thema bei dem von Anfang an klar ist, dass es keine oder wenige Quellen gibt, wird vermutlich nicht wissenschaftlich zu behandeln sein. Die Ergebnisse führen eher zu Frustration. Fremdsprachige Bücher sollten ohne ausreichende Sprachkenntnisse ohnehin gemieden werden. Gerade bei wissenschaftlichen Texten könnte eine Fehldeutung fatal sein.
Grundsätzlich wird immer eine zentrale These benötigt, auf die sich der weitere Text stützt. Auf jeden Fall muss die These aber auch logisch und beweisbar sein. Diese These gilt es dann zu begründen oder zu widerlegen. Der Verfasser sollte mit dem Thema vertraut sein und nichts Neues dafür erlernen müssen. Zusätzliche Lernvorgänge können das vorankommen der Arbeit deutlich verlangsamen und durchaus zum Stillstand des gesamten Projektes führen. Bei der Literaturrecherche, ist es nötig zwischen Primär- und Sekundärquellen zu unterscheiden. Primärquellen dienen der Untersuchung des Gegenstands. Beispiele für Primärquellen sind Fotografien, Statistiken, Fernsehmitschnitte oder ähnliche Quellen die direkt vom jeweiligen Autor stammen. Sekundärquellen in denen Verschiedene Autoren zitiert werden, sollten bei wissenschaftlichen Arbeiten nach Möglichkeit nicht verwendet werden. Beispiele für Sekundärquellen sind Zusammenfassungen oder Anthologien von anderen Autoren. Eigentliche Aussagen könnten verfälscht worden sein, die Intention des Autors wird eventuell nur noch unklar dargestellt. Ob die Quelle wirklich eine Primär- oder Sekundärquelle ist, muss deshalb gründlich geprüft werden. Für die Recherche der Quellen stehen mehrere Optionen zur Verfügung. Grundsätzlich sollte aber als erstes in der Bibliothek gesucht werden. Bibliotheken verfügen inzwischen über moderne Archivierungsmethoden, bei denen auch seltene Bücher durchaus zu finden sind. Andernfalls können sie oft aus anderen Städten bestellt werden. Auch der Bibliothekar kann bei totaler Hilflosigkeit aufgesucht werden. Seine Erfahrung hilft häufig die richtigen Werke zu finden. Zusätzlich sind Onlinebibliotheken verfügbar, bei denen Bücher geordert werden können. Wenn ein Buch überhaupt nicht zu finden ist, führt meist kein Weg an einem Kauf vorbei. Die Zuverlässigsten Nachlagewerke in den Bibliotheken sind die Bibliografischen Nachschlagewerke. Allerdings nur dann, wenn der Autor wirklich schon eine genaue Vorstellung hat, nach was er sucht. In vielen Fachbereichen gibt es bereits umfangreiche Bücher, die die wichtigsten Bibliografischen Angaben bereits beinhalten.
Am Ende der Recherche steht die eigene Bibliografie, in der alle relevanten Daten aufgeschrieben werden. Diese Daten werden benötigt um die Bücher anstandslos wiederfinden zu können. Die Bibliografie bei jedem Buch steht im Impressum. Außerdem wird die zusätzliche Benutzung von Karteikarten empfohlen. Die Bibliografie wird sich vermutlich im laufe der Arbeit verändern und an Umfang zunehmen. Sind alle Bedingungen erfüllt, muss im nächsten Schritt der Inhalt der Arbeit gegliedert werden. Um klare Strukturen vor Augen zu haben, sollte ein Inhaltsverzeichnis unbedingt angelegt und eine Gliederung geschrieben werden. Das Inhaltsverzeichnis hat die Funktion Schwerpunkte der Arbeit festzulegen. Stil und Zielgruppe sollten außerdem definiert werden. Vor allem Fachbegriffe sollten vor dem Schreiben deutlich geklärt werden. Wenn sich der Autor ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt hat und sich mit diesem vertraut fühlt kann mit dem Schreiben begonnen werden. Auf eine verständliche Ausdrucksweise sollte größter Wert gelegt werden. Lange verschachtelte Sätze, zu viele Nebensätze und Pronomina sollten vermieden werden. Die Textstruktur sollte dabei ordentlich in Absätze unterteilt sein. Sonderzeichen, wie Auslassungszeichen und Ausrufezeichen, sollten nicht verwendet werden.
Häufiger Bestandteil von wissenschaftlichen Arbeiten sind Zitate. Zitate können sowohl aus Primär- als auch aus Sekundärliteratur stammen. Zitieren aus Primärliteratur sollte Sekundärliteratur immer vorgezogen werden. Das Zitat aus Primärquellen dient als unmittelbarer Gegenstand der Arbeit. Wichtig ist, dass ein Zitat auch als solches ausgezeichnet wird. Autor und Quelle des Zitats müssen klar ersichtlich sein. Andernfalls wäre es Diebstahl und somit eine Fälschung. Stammt das Zitat von einem fremdsprachigen Autor muss auch die original Sprache zitiert werden. Grundsätzlich müssen Zitate Wort für Wort übernommen werden. Sind Zitate im Spiel, werden zusätzlich Fußnoten benötigt, die immer auf ein bestimmtes Zitat verweisen.
Alle für die Arbeit verwendeten Texte müssen am Ende der Arbeit in einem Quellenverzeichnis aufgeführt sein. Im Quellenverzeichnis stehen ausführliche Angaben zu Titel, Autor, Inhalt, Verlag Erscheinungsjahr und Seitenangabe. Wenn die Arbeit fertig geschrieben ist, sollte der Text einheitlich Formatiert werden. Die Formatierung ist ein Teil der so genannten Schlussredaktion. Der Text sollte schlussendlich noch einmal auf Rechtschreibfehler, Verständlichkeitsprobleme und äußere Struktur geprüft werden.
Veröffentlicht am: Mai 17, 2009
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