Seitdem das Internet für jeden zugänglich geworden ist, tummeln sich viele seriöse und vor allem unseriöse Geschäftemacher auf dieser Plattform. Im Folgenden soll die Möglichkeit einer seriösen Nebenerwerbsquelle am Beispiel eines ausgewählten Internetportals kritisch beleuchten werden. Es handelt sich hierbei um den internationalen Meinungsumfragemarkt. Nicht erst seit den bescheidenen Umfragevorhersagen zur letzten Bundestagswahl in Deutschland hat dieses Medium einen schalen Beigeschmack erhalten.
Kern der Betrachtung soll die vergütete Marktforschung aus Sicht von Unternehmen sein, die sich dadurch eine Optimierung ihrer Produkte und Dienstleistungen versprechen. Dieser Gedanke ist lobenswert, aus wirtschaftspolitischer Sicht unverzichtbar, und sollte daher von den Befragten ernsthaft honoriert werden.
Das Prinzip dieser Marktforschung funktioniert folgendermaßen: Als mündiger Bürger registrieren sie sich bei einer Reihe von deutschen bzw. international agierenden Meinungsforschungsinstituten via Email. Sie erhalten dann nach Tagen, Wochen oder Monaten via Email Einladungen zur Teilnahme an so genannten Online-Umfragen. Die Teilnahme ist immer kostenlos und freiwillig. Damit sie mit dieser Form der „Beschäftigung“ etwas Geld hinzu verdienen können, müssen sie sich bei so vielen Instituten wie möglich anmelden.
Jetzt kommen besagte seriöse und unseriöse Anbieter ins Spiel. Diese offerieren Datenbanken mit einer Vielzahl von Instituten, die sie für ihre Meinung entlohnen möchten.
So weit so schlecht.
Das Internetportal www.bezahlte-umfragen.de ist ein solches negatives Beispiel. Hier werden Datenbanken mit bis zu 550!! Adressen angeboten. Die meisten deutschen bzw. europäischen Anbieter sind seriös und vertrauenswürdig. Aber wie in jeder Branche gibt es schwarze Schafe.
Einige Aspekte der mangelnden Seriosität werden nachfolgend angesprochen.
Die Aufmachung dieser Internetseite ist wie bei allen Unternehmensberatungsfirmen hochglänzend und täuscht über den wahren Inhalt hinweg. Nur mit Kenntnis dieses Marktes lässt sich dieser Anbieter entlarven. So muss man wissen, dass man auf dem Weg der bezahlten Umfragen nicht reich wird und auch nicht schnell einen konstant hohen Geldfluss erreichen kann. Genau dieses wird aber in den beliebten Erfolgsberichten suggeriert. Es ist schlicht und ergreifend nicht wahr, denn allein die Verarbeitung ihrer Profildaten bei dem jeweiligen Institut dauert seine Zeit. Außerdem sind sie nicht der einzige potentielle Befragungskandidat in deren Datenbank. Oftmals sind 50.000 oder auch über 1.000.000 „Mitglieder“ bei renommierten Meinungsforschungsinstituten registriert. Die Auswahl der Stichprobe erfolgt mittels Zufallsgenerator gemäß ihrer Basisdaten.
Ebenfalls wird vom „Anbieter“ verschwiegen, dass sie nach Erhalt einer Einladung via Email nicht automatisch für die Befragung „qualifiziert“ sind. In den meisten Fällen müssen sie zu Beginn der Befragung einige Auslesefragen beantworten, mit denen sie sehr schnell von der Teilnahme ausgeschlossen werden können. Weiterhin wird verschwiegen, dass die Befragungen meist zeitlich befristet versendet werden. Nehmen sie nicht in kürzester Zeit an der Befragung teil, sind die lukrativen Umfragen sehr schnell geschlossen. Unser Anbieter suggeriert, dass sie zu jeder Tages- und Nachtzeit an Umfragen teilnehmen können. Auch dieser Aspekt ist falsch.
Zudem ist die „Datenbank“ schlecht gepflegt, will heißen, dass viele Adressen veraltet bzw. nicht mehr existent sind. Auch haben sie als Europäer oftmals nicht die Erlaubnis, auf amerikanische oder kanadische Internetseiten zuzugreifen. Aber gerade diese Institute versprechen die lukrativen Vergütungen.Deutsche Institute dagegen vergüten ihre Meinung im internationalen Vergleich sehr bescheiden. Ärgerlich ist auch die Tatsache, dass angegebene und tatsächliche Umfragedauer nicht zwingend übereinstimmen müssen
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