• Registrieren
  • ‎Was ist Shvoong?‎
  • Anmelden
    Anmelden
    Benutzernamen speichern Passwort vergessen?

Das Wissen der Menschheit auf Shvoong zusammenfassen

.

Startseite von Shvoong>Jura & Politik>Politik - Allgemein>Die Gerechtigkeitslücke. Wie die Politik die Gesellschaft spaltet

.

Die Gerechtigkeitslücke. Wie die Politik die Gesellschaft spaltet

von : Egmont     

Autor : Ottmar Schreiner
Ottmar Schreiner, Die Gerechtigkeitslücke. Wie die Politik die Gesellschaft spaltet, Propy­läen, Berlin 2008, 271 Seiten,
19, 90 Euro. 
                                Die Rückkehr der Klassengesellschaft
Der SPD-Politiker Ottmar Schreiner verkündet wichtige Thesen zur „Gerechtigkeitslücke“ in Deutschland, symbolisiert durch „Hartz IV“. Dieses Buch offenbart die tiefe Gespaltenheit seiner Partei, der Schreiner vorwirft, dass sie kaum Ideen entwickle und die Erosion der Ge­sellschaft verschlimmere.   
Er skizziert ein realistisches Bild. „Zurückgekehrt ist eine weitgehend undurchläs­sige Klas­sengesellschaft, in der die ökonomischen und politischen Eliten die Pfründe unter sich und ihresgleichen verteilen“. 
Ständig schrumpfe die Mittelschicht, deren Bevölkerungsanteil seit dem Jahr 2000 von 62% auf 54% sank, während die Zahl der extrem Reichen nach oben schnellte. Ganze Milieus stranden dauerhaft im sozialen Abseits; auch der wirtschaftliche Auf­schwung der letzten Jahre bessere die Lage nicht. Viele neue, miserabel entlohnte Jobs ge­währleisten nicht den Lebens­unterhalt.
Fundiert stellt Schreiner die Torheit neoliberaler Ideologen bloß. Sie behaupten, dass der Abbau des Sozialstaats notwendig sei, weil die „Globalisierung“ ihn erzwinge. In Skandina­vien liegen aber die Steuersätze bei etwa 50%. Dort funktionieren das Bildungssystem und der Sozialstaat weit besser als anderswo. Die „Globalisierung“ sei höchst  unterschiedlich zu gestalten. „Platter Sozialabbau“ und Niedriglöhne bedingen keine Wettbewerbsfähigkeit.   
Die neoliberale Doktrin, wonach der Markt die Dinge sinnvoll regle, hält er für „demokratie­fremd“. Hier versäumt Schreiner zu klären, warum unsere Obrigkeit eine Politik for­ciert, die  zu vermeiden wäre. Der Autor kritisiert die EU als „Liberalisierungsgemeinschaft“, fragt aber nicht, ob deutsche Politiker die soziale Gerechtigkeit der EU bewusst unterordnen.
Zu Recht tadelt Schreiner die deutsche „Bildungsapartheid“. Wissenschaft und Ganztags­schulen werden vernachlässigt. In Deutschland studieren 36% eines Jahrgangs, bei Finnen und Japanern sind es 70%.  Das anachronistische dreigliedrige Schulsystem will der Autor beseitigen.  
Folge die SPD dem Minister Steinmeier, der „Hartz IV“ wesentlich verantworte, drohe die „Selbstentsorgung“ der Partei.  
Die EU, fordert Schreiner, möge einen „sozialen Stabilitätspakt“ schaffen und damit die Bürger vor Sozialdumping schützen. Europa einigt sich jedoch, so muss man entge­gen halten, nur auf kleinste gemeinsame Nenner.
Skandinavien zeigt, dass der Nationalstaat, etlichen Unkenrufen zum Trotz, im­mer noch Möglichkeiten wirksamer Gestaltung bietet.
Egmont
Veröffentlicht am: Dezember 29, 2008

Kommentare zu Die Gerechtigkeitslücke. Wie die Politik die Gesellschaft spaltet

Diese Zusammenfassung bewerten : 1 2 3 4 5

Bookmark & share this post

Leser dieser Zusammenfassung haben auch die folgenden Zusammenfassungen gelesen:

.