Ein fast noch unbekannter Test für die Herzleistung Außer bei Herzspezialisten ist dieser einfache Bluttest noch ziemlich unbekannt. Kein Wunder, denn bis vor kurzem wußte man nicht, daß das Herz bei Überbelastung Hormone ausschüttet, die die Belastung senken, indem sie zur vermehrten Wasserausscheidung anregen.
Der Test, welches das Molekül mit dem komplizierten Namen NT-proBNP (d.h. ein längeres Proteinfragment des pro-brain-natriuretischen-Peptids mit einem Stickstoffatom am Ende) mißt und deshalb proBNP heißt, benötigt nur ganz wenig Blut zu der sehr sicheren Aussage, ob vor allem die linke Herzkammer, die die meiste Pumparbeit des Herzen übernimmt, überlastet ist.
Wenn das Ergebnis unter 125 pg/ml ist, dann liegen die Probleme des Kranken – meistens eine Atemnot – nicht am Herzen, sondern es muß weiter und vor allem woanders,
zum Beispiel bei der Lunge nach der Ursache für diese Atemnot gesucht werden. Die Werte sind höher bei Frauen als bei Männern und steigen auch mit dem Alter, deshalb ist ein Wert von zum Beispiel 200 pg/ml bei einer 75-jährigen Frau eher als normal zu betrachten.
Wenn man allerdings mit Atemnot und vielleicht noch weiteren Anzeichen für eine Herzinsuffizienz (= Herzschwäche) in die Notaufnahme eines Krankenhauses aufgenommen wird, ist erst ein Wert über 1000 pg/ml ein ziemlich eindeutiges Zeichen für ein schwaches Herz, das dann aber auch dringend behandelt
werden sollte.
Darüber hinaus ist der Test in der Lage, eine Risikovorhersage für die Zukunft zu machen. Je höher die Werte, desto wahrscheinlicher und häufiger muß der Betroffene mit Kreislaufproblemen rechnen, die sich vor allem als Herzinfarkt, häufigere Krankenhausaufenthalte, bis hin zum Schlaganfall oder sogar einem früheren Tod ausweiten können. Menschen mit bereits bekannten Risiken wie der Zuckerkrankheit oder Bluthochdruck haben häufiger auch erhöhte Werte von NT-proBNP.
Das Gute ist, daß man in leichteren Fällen und vor allem am Anfang mit Bewegung einiges wieder wettmachen kann. Sogar bei Kranken besserten sich mit Bewegungstraining die Werte. Abnehmen im Falle von Übergewicht und weniger Streß, sowie eine gesunde Lebensweise helfen auch. Wenn schon eine Behandlung mit Medikamenten nötig ist, kann der Test zur Kontrolle genutzt werden, ob die Behandlung auch wirklich anschlägt.
Leider ist der Test ziemlich teuer (etwa 22,- Euro oder auch mehr je nach Labor) und muß meist aus eigener Tasche bezahlt werden.
Es wäre wünschenswert, wenn mehr Allgemeinärzte darüber Bescheid wüßten, vor allem, weil es seit kurzem ein einfaches Gerät gibt, das sich jeder Arzt besorgen kann und das in einer Viertelstunde die Antwort liefert, so ähnlich wie die Blutzuckermeßgeräte, nur ein bißchen größer. Dafür kann dieses Gerät aber noch andere Tests machen, von denen noch besonders Troponin T sehr wichtig ist, wenn ein Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt vorliegt.
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