• Registrieren
  • ‎Was ist Shvoong?‎
  • Anmelden
    Anmelden
    Benutzernamen speichern Passwort vergessen?

Das Wissen der Menschheit auf Shvoong zusammenfassen

.

.

Tamara

von : Quotenossi    


Als
1978 die "Familie Silly" gegründet
wurde, aus der
später Silly wurde, ahnte noch niemand,daß diese
Musikformation eines Tages zu den populärsten und
zeitgeschichtlich interessantesten Gruppen im deutschsprachigen Raum
gehören würde. Frontfrau war Tamara Danz, wohlbehütete
Tochter eines Diplomaten. Eine Frau, unangepaßt, provokant und
eigensinnig, die auf Grund der Privilegierung ihrer Eltern zunehmend
auch eine kritische Sicht auf das Leben in der DDR bekam.



Obwohl
Silly immer im Schatten der großen Drei (Puhdys, Karat, City)
stand, entwickelte sich die Gruppe schnell zu einer der
erfolgreichsten und kreativsten Gruppe in der DDR, Tamara Danz wurde
mehrfach als beste Rocksängerin des Landes geehrt. Die Alben
"Mont Klamott" und "Bataillon d'Amour" gelten als
Meilensteine der DDR-Rockmusik. Die Songtexte der Gruppe waren den
staatlichen Behörden immer ein Dorn im Auge, Silly wandelte
ständig auf einem schmalen Grad Richtung Zensur. Als Tamara Danz
1996 den Kampf gegen den Krebs verlor, starb auch ein Stück
DDR-Musik.


In
seinem Dokumentarfilm "Tamara" nähert sich Regisseur
Peter Kahane, eher bekannt durch Spielfilme und diverse Krimiserien
(u.a. Polizeiruf 110, Stubbe - Von Fall zu Fall), dem Phänomen
Tamara Danz. Er widersteht der Versuchung, das Leben dieser
ungewöhnlichen Frau einfach nur chronologisch mit Lebensdaten
abzuarbeiten, evt. noch unterstützt durch hundertmal gesehenes
Archivmaterial. Stattdessen greift Kahane auf Zeitzeugen zurück,
die so nah an Tamara Danz dran waren wie keine Anderen. Ritchie
Barton und Uwe Hassbecker waren Tamaras Bandkollegen und Liebhaber,
gleichzeitig aber auch Rivalen. In Interviews geben beide Musiker
Einblicke auf ihre Sicht der Dinge. Die Story um das Leben einer Frau
und die Geschichte einer Band wird zur Story einer ungewöhnlichen
Liebesbeziehung dreier Menschen und deren Beziehungen zueinander. So
erfährt der Zuschauer interessante Details dieser Menage á
Trois, ohne das es ins Voyerhafte abgleitet. Daß Tamara Danz
ein besonderer Mensch gewesen sein muß, erkennt man an den
Reaktionen der Protagonisten. Gesichter sagen mehr als tausend Worte.


Jäcki
Reznicek, ebenfalls Mitglied bei Silly, wurde zum neutralen
Beobachter. Auch er kommt zu Wort und verrät zum Ende des
Filmes, welches Versprechen er der todkranken Sängerin abgeben
mußte.


Es
ist zweifellos Peter Kahanes Verdienst, daß sich die drei
Musiker so sehr öffnen in den Gesprächen. Selbst der Tod
Tamaras wird ausgiebig thematisiert und verdeutlicht, daß Silly
mehr war als ein Haufen zusammengewüfelter Musiker. Wie im
ursprünglichen Bandnamen vorgesehen war es am Ende wieder eine
Familie Silly.


Die
gut einstündige Dokumentation wird angereichert durch private
Filmaufnahmen, gedreht von Tamara Danz und Uwe Hassbecker. So gewinnt
der Zuschauer Einblicke in Tamaras Leben, die über das
Berufliche hinausgehen. Es gibt Aufnahmen aus dem Probenraum,
Urlaubsbilder sowie Konzertmitschnitte. Barton, Hassbecker und
Reznicek erzählen Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit mit Tamara,
die gleichzeitig einen Einblick in die Kulturpolitik der DDR geben
und das Aufständische, daß man seit jeher Silly nachgesagt
hat, dokumentieren.


Es
hat Jahre gedauert, eher Silly wieder auf die Bühnen des nun
gesamtdeutschen Landes zurückgekehrt ist. Es galt, den Verlust
einer außergewöhnlichen Persönlichkeit zu verkraften
und zu verarbeiten. Peter Kahanes Dokumentation "Tamara"
bringt dem Zuschauer diese Person näher, ohne sie zu
glorifizieren.


Für
Ostrock-Liebhaber ist diese Doku ein Muß, für alle anderen
eine sehenswerte Empfehlung!


Veröffentlicht am: August 26, 2009
Diese Zusammenfassung bewerten : 1 2 3 4 5

Bookmark & share this post

Leser dieser Zusammenfassung haben auch die folgenden Zusammenfassungen gelesen:

.