Sao Paulo lässt die Maske
fallen Ein Artikel von Bruno Giussani, veröffentlicht
im HEBDO und wieder aufgenommen im COURRIER INTERNATIONAL
Revolution in der ökonomischen Hauptstadt Brasiliens: seit Januar 2007 verbietet ein Gesetz, das „Gesetz für eine saubere Stadt“ jegliche Werbung in den Strassen.
Firmenschilder, Leuchtreklamen, Werbeplakatflächen und elektronische Bildschirme sind in der brasilianischen Megapole mit mehr als 11 Mio. Einwohnern am aussterben.
Die Maßnahme ist strikt und mehrere Mio. € an Strafgeldern wurden bereits einkassiert.
Konsequenz für die Stadt: man kann die Fassaden vergessener Gebäude entdecken oder wiederentdecken, die vorher von der Allgegenwart der Werbung verborgen waren.
Auf ein geregeltes Wiedererscheinen der Werbung wartend,
benutzen die Firmen Listen, um sich bekannt zu machen und einige benutzen Grafitti-Sprayer, um die Verdienste ihrer Unternehmen anzupreisen.
Letztendlich erklären 70% der Einwohner (die Paulisten), dass sie zufrieden mit dem Gesetz sind. Ein Gesetz, welches gut Nachahmer finden könnte: die
stadt Rom in Italien hat angefangen, sich von der aufdringlichen Werbung in seinen historischen Stadtvierteln zu befreien.
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