Die psychosexuelle Entwicklung nach Freud Steuerung Die Steuerung der Entwicklung
geschieht über die beiden Triebe Eros und Thanatos.
Die Phasen Orale Phase (1. Lebenshalbjahr) à
Während der Oralen Phase ist die Mundregion ist das primäre Bezugsorgan. Säuglinge und Kleinkinder verbringen viel Zeit damit, am Daumen oder Zehen zu lutschen. Durch den normalen Gebrauch (Essen, Trinken) oder künstliche Reizung kommt es zum Auftreten von Lustgefühlen. In dieser Phase sind emotionale und körperliche Zuwendung, sowie der Hautkontakt sehr wichtig.
Störungen à in dieser Phase sind Persönlichkeitsmerkmale, bei denen viel von
anderen gefordert wird. Auf die orale Phase fixierte Menschen zeichnen sich durch eine niedrige Frustrationstoleranz aus und geben schnell auf.
Thema à Das Thema ist Sich – Einverleiben „Ich bin, was man mir gibt“
Narzisstische Phase (2. Lebensjahr.) à In dieser Phase entdeckt das Kind den eigenen Körper und entwickelt dabei Lustgefühle (Autoerotismus). Dieses Verhalten ist die Urform der Selbstliebe (Narzissmus).
Störungen à in dieser Phase können im Erwachsenenalter zu Verminderung des Selbstvertrauens und der Selbstachtung führen.
Anale Phase (2.-3. Lebensjahr) à
Die Lust wird in dieser Phase durch das Ausscheiden, später auch durch das Zurückhalten der Exkremente gewonnen. Es kommt zu einem spannungsvollen Zustand zwischen Hingabe und Zurückhalten. Das Kind übt in dieser Lebensphase Kontrollmechanismen ein und vollzieht die ersten Anpassungen an die Erfordernisse der Umwelt.
Störungen à in dieser Phase, insbesondere durch zwanghafte Sauberkeitserziehung, können zu "manischen" oder zwanghaften Persönlichkeitstypen führen. Diese zeichnen sich durch starke Unterdrückung von Aggressionen, Überkontrolliertheit, Geiz und extreme Reinlichkeit aus. Es kommt bei manischen Persönlichkeiten zu einer starken Trennung zwischen Vorstellungen und tatsächlichen Gefühlen.
Thema à Das Thema ist Hergeben und Festhalten „Ich bin was ich will!“
Phallische Phase (4.-5. Lebensjahr) à Die Genitalien
werden in dieser Phase zu erogenen Zonen. Knaben stellen fest, dass bei Mädchen der Penis fehlt und führen dies auf eine Bestrafung zurück. Daraus entwickelt sich Kastrationsangst; bei Mädchen kommt es zum Penisneid. Die Beziehung zu den Eltern ist durch den
Ödipuskomplex bestimmt à Es treten Rivalitätsgefühle mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil auf, der andersgeschlechtliche wird geliebt. Auf der anderen Seite fürchtet das Kind den Verlust der Liebe des gleichgeschlechtlichen Elternteils. Dieser Konflikt wird durch die Unterdrückung der sexuellen Wünsche beigelegt. In der phallischen Phase kommt es zur Übernahme geschlechtlicher Moralbegriffe und zur Entwicklung des Über-Ich (Gewissen).
Störungen à in der phallischen Phase können zu einer "hysterischen" Persönlichkeitsstruktur führen. Diese ist durch ein auffälliges sexuelles Gebaren gekennzeichnet, das aber im Widerspruch zur ängstlichen, passiven Grundstruktur steht, die sexuelle Kontakte zu meiden versucht. Hysteriker sind meist selbstbewusst und energisch-impulsiv.
Thema àDas Thema istBegehren des gegengeschlechtlichen Elternteils „Igitt fehlt mir was?“ (Penisneid) „Verlier ich das etwa auch?“ (Kastrationsangst)
Latenzphase (6.-8. Lebensjahr) à In dieser Phase tritt eine scheinbare Unterbrechung der sexuellen Entwicklung ein. Sexuelle Regungen werden abgewehrt und verdrängt, zugunsten anderer Interessen. Spielkameraden werden vor allem beim gleichen Geschlecht gesucht. Während dieser Zeit kommt es zu einer Verinnerlichung der Anforderungen der Umwelt. Die Dynamik der Persönlichkeit beginnt zu funktionieren. Die Fähigkeit zum Bedürfnisaufschub wird gebildet.
Genitale Phase 8. Lebensjahr-Pubertät à
Es kommt zu einem Wiederaufleben der Sexualität und des Ödipuskomplexes, sowie zu einer Hinwendung zum anderen Geschlecht. Der beschleunigten körperlichen und intellektuellen Reifung steht eine verzögerte emotionale Reifung gegenüber. Die Pubertät ist eine stark konfliktgeladene Phase voller motorischer und innerer Unruhe. Die Sexualität ist nicht mehr einfach Lustbefriedigung sondern tritt in den Dienst der Beziehung.
Thema à Das Thema ist Partnerschaft, Freund/Freundin Die Sichtweisen Freuds wurden von vielen Psychologen kritisch begutachtet. Es lässt sich dazu sagen, dass man nur ein allumfassendes Bild der Entwicklung eines Menschen gewinnt, indem man allen psychologischen Sichtweisen Beachtung schenkt. Sonst entsteht ein einseitiges Bild.